Montag, 07. September 2015

Analphabetismus auch in Südtirol ein Problem

Der 8. September ist Weltalphabetisierungstag. Dass es auch in Südtirol Menschen gibt, die gar nicht oder nur schlecht lesen und schreiben könnten, darauf weist das Amt für Weiterbildung des Landes hin und macht bei dieser Gelegenheit auf die Alphabetisierungskurse aufmerksam.

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Foto: © shutterstock

Unsere Gesellschaft ist täglich von Schrift umgeben: Straßenschilder, Formulare, Werbung, Bedienungsanleitungen, Aufschriften auf Verpackungen usw. Nicht lesen und schreiben zu können, bringt Probleme und den Ausschluss von der aktiven Teilhabe am öffentlichen Leben mit sich. 

Auch in Südtirol gibt es viele Menschen, die gar nicht oder unzureichend lesen und schreiben können. Die vom Amt für Weiterbildung initiierten Alphabetisierungskurse sind immer sehr gefragt; folglich geht man davon aus, dass das Phänomen des Analphabetismus verbreiteter ist als angenommen.

Auch heuer hat das Amt für Weiterbildung finanzielle Unterstützungen für 525 Stunden an Alphabetisierungskursen zugesichert, wohl wissend, dass der Bedarf größer wäre. 

"Die Bauernweisheit 'Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr' ist im Zeitalter des lebenslangen Lernens eine überholte Auffassung", meint Hubert Bertoluzza vom Amt für Weiterbildung des Landes. "Auch im Erwachsenenalter können bzw. sollen Lesen und Schreiben erlernt werden. Analphabetismus hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, deshalb sollen Betroffene sich nicht davor schämen."

stol/lpa

stol