Samstag, 04. Juni 2016

Aufregung um Prozession vor Haus von Mafia-Boss Riina

Auf Sizilien sorgt erneut eine Ehrenbezeugung für einen Mafia-Boss während einer Marienprozession für Aufregung.

Immer wieder kommt es in Sizilien zu solchen Vorfällen wie dem vom vergangenen Sonntag. - Symbolbild.
Immer wieder kommt es in Sizilien zu solchen Vorfällen wie dem vom vergangenen Sonntag. - Symbolbild. - Foto: © shutterstock

In der Mafia-Hochburg Corleone hielt am vergangenen Sonntag der Umzug mit einer Marienstatute einige Minuten vor dem Haus des seit 1993 inhaftierten „Paten“ Salvatore Riina, der langjährigen Nummer eins der Cosa Nostra.

Die Ehefrau des Bosses, Ninetta Bagarella, zeigte sich am Balkon, als die Prozession ihr Haus erreichte. Ihr zu Ehren neigten die Träger die Marienfigur. Die Staatsanwaltschaft von Palermo leitete eine Untersuchung über den Vorfall ein, berichtete die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.

Sizilianischer Bischof kritisiert Vorfall

Der sizilianische Bischof Michele Pennisi kritisierte den Vorfall. Die Organisatoren von Marienprozessionen in Süditalien sind vor allem katholische Bruderschaften. Diese sind häufig von der Mafia unterwandert, die solche Anlässe zur Selbstdarstellung nutzt.

Einige Prozessionen wurden zuletzt aus diesem Grund abgesagt. Süditalienische Bischöfe wollen entschiedener gegen eine Unterwanderung religiöser Feste durch die Mafia vorgehen. Papst Franziskus hatte bei seinem Besuch in Kalabrien 2014 erklärt, Mafiosi stünden durch ihr Tun nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott und seiner Kirche und seien exkommuniziert.

apa

stol