Freitag, 13. Januar 2017

Aus See gerettet: „Kann mich an nichts erinnern“

Er könne sich an nichts mehr erinnern, meint Bruno Wiedmer eine Woche nach seiner glücklichen Rettung aus dem Kalterer See. Der 61-jährige Bozner, der in Tramin lebt, war am vergangenen Samstag beim Eislaufen eingebrochen und konnte durch den beherzten Einsatz zufällig Anwesender nahezu unversehrt aus dem eisigen Wasser gezogen werden - ihnen gilt sein großer Dank.

Bruno Wiedmer, ein passionierter Hobbyeishockeyspieler, wollte nach Jahren mal wieder auf dem Kalterer See Eislaufen.
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Bruno Wiedmer, ein passionierter Hobbyeishockeyspieler, wollte nach Jahren mal wieder auf dem Kalterer See Eislaufen.

Es waren dramatische Szenen, die sich am vergangenen Samstag auf dem zugefrorenen Kalterer See abgespielt haben. Ein Mann bricht ein - und wird von zahlreichen Helfern gerettet. Einer von ihnen filmt die gesamte Rettungsaktion mit seiner Helmkamera.

Bruno Wiedmer, ein passionierter Hobbyeishockeyspieler, kann sich auch eine Woche nach dem Unglück - mit glücklichem Ausgang - an nichts mehr erinnern. Das STOL-Gespräch nutzt Wiedmer, um all seinen unbekannten Rettern herzlich zu danken.

Einen Teil des Interviews können Sie im Video nachhören, einen Teil als Text nachlesen.

Südtirol Online: Herr Wiedmer, vergangenen Samstag haben Sie einen Schreckensmoment erleben müssen. Sie sind beim Eislaufen im Kalterer See eingestürzt - wie geht es Ihnen eine Woche später?
Bruno Wiedmer: Es geht mir wieder ganz gut, es sind ja jetzt einige Tage vergangen und mittlerweile erhole ich mich langsam.

Am Donnerstag war ich am See und habe mir das mal alles angesehen, also irgendetwas ist von diesem Tag bei mir schon zurückgeblieben.

STOL: Haben Sie sich denn verletzt?
Wiedmer: Ja, ich musste an der Stirn mit 5 Stichen genäht werden, habe vom Einsturz ein paar Kratzer im Gesicht und mein Fuß ist ganz blau, warum weiß ich auch nicht, wahrscheinlich bin ich damit irgendwie am Eis angestoßen.

STOL: Ihre Retter handelten geistesgegenwärtig und richtig. Kennen Sie jemanden der Helfer?
Wiedmer: Ich kenne niemanden davon und möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen ganz herzlich zu bedanken. (STOL bittet die Beteiligten sich via E-Mail bei der Redaktion zu melden, [email protected])

STOL: Wie geht es Ihnen, wenn Sie die Videobilder Ihrer Rettung sehen?
Wiedmer: Für mich ist das schwer auszudrücken. Im Nachhinein und rational gedacht, hat das alles ein wunderbares Ende gefunden und ich bin sehr dankbar, aber, so komisch es klingt, ich habe das nicht erlebt. Ich habe auf dem Video zwar gesehen, wie die Rettung ablief und bin total dankbar, aber ich sehe das wie ein Außenstehender, weil ich mich an nichts erinnern kann.

Interview: Andrej Werth

stol