Freitag, 04. August 2017

Austausch zu Sicherheitslage in Bozen

Soziallandesrätin Martha Stocker, der Bozner Stadtrat für Soziales, Sandro Repetto, und Luca Critelli, Direktor der Abteilung Soziales und Quästor Giuseppe Racca haben sich am Freitag über die Sicherheitslage in Bozen ausgetauscht.

Die Anwesenheit obdachloser Migranten erzeuge ein Gefühl der Unsicherheit.
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Die Anwesenheit obdachloser Migranten erzeuge ein Gefühl der Unsicherheit. - Foto: © D

Notwendig war dieses Treffen vor allem, weil die Anwesenheit obdachloser Migranten - und zwar vor allem jener, die selbstständig nach Südtirol kommen, wie Stocker und Racca betonen - bei Teilen der Bevölkerung ein Gefühl der Unsicherheit erzeugt.

Sicherheitsthematik nicht unmittelbar auf Thema Flüchtlinge zurückzuführen

"Die Sicherheitsthematik in Bozen hängt nicht unmittelbar mit den vom Staat zugewiesenen Asylbewerbern zusammen und auch nicht mit der Frage der Verteilung dieser Personen auf andere Gemeinden", waren Stocker und Racca sich einig. 

Die zugewiesenen Asylbewerber würden in Einrichtungen mit klaren Regeln leben. Bisher habe es kaum Probleme gegeben. Zu Schwierigkeiten führe vielmehr die Tatsache, dass obdachlose Personen aus anderen Regionen und Ländern selbstständig - also nicht aufgrund des staatlichen Verteilungsschlüssels - nach Bozen kommen. Vielfach seien dies Menschen, die kein Aufenthaltsrecht auf dem Staatgebiet haben, oder die aus Disziplinargründen aus einer Einrichtung ausgeschlossen wurden.

Sowohl die Tatsache, dass Bozen eine "reiche" Stadt ist, als auch die Präsenz verschiedener Dienste für Obdachlose, würden dazu beitragen, dass diese Personen dann auch für längere Zeit in Bozen bleiben. In diesem Sinne seien Dienste und Angebote für diese Personen auch immer mit großer Vorsicht zu bewerten, da sie immer die Gefahr von Anziehungseffekten mit sich bringen.

Bozner zur Zusammenarbeit aufgerufen

Quästor Racca rief die Bozner zur Zusammenarbeit auf: "Nur wenn die Bevölkerung eine Belästigungssituation meldet, haben die Sicherheitsbehörden die Chance, unmittelbar einzugreifen", erklärte er. Auch dem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit könne nur auf diese Weise begegnet werden. Racca gab auch einen Überblick über die verstärkte Polizeipräsenz im Stadtgebiet von Bozen.

Sicherheitsgipfel im Regierungskommissariat

Auch im Regierungskommissariat tagte am Freitag ein Sicherheitsgipfel, an dem Vertreter von Justiz, Ordnungskräften, Land Südtirol und Stadt Bozen teilnahmen. Unter dem Vorsitz von Regierungskommissar Vito Cusumano betonten die Gipfelteilnehmer, dass sie die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen. 

Geplant sind Treffen mit den einzelnen Bozner Stadtviertelräten, um sich über den Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen auszutauschen. Die Kontrollen und Vorbeugemaßnahmen, vor allem gegen den Drogenhandel, sollen erhöht werden. Die Teilnehmer kamen auch darüber überein, dass man auf sozialer Ebene daran arbeiten müsse, um die Gründe für viele der Gewaltverbrechen zu beseitigen. 

Auch Regierungskommissar Cusumano hob hervor, dass die Gewalttaten nicht auf das Aufnahmesystem von Flüchtlingen zurückzuführen seien. Er plädierte aber auch dafür, Asylwerber vermehrt landesweit unterzubringen.

lpa/stol

stol