Mittwoch, 29. März 2017

Baby in Indien lebendig begraben - Vater festgenommen

Nach der zufälligen Rettung eines neugeborenen Mädchens hat die indische Polizei dessen Vater festgenommen.

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Der 35-jährige Gelegenheitstaxifahrer habe gestanden, die Kleine kurz nach der Geburt an sich genommen und vergraben zu haben, sagte der Ermittler Jyoti Prakash Pande am Mittwoch. Demnach sagte der Mann aus, er sei zu arm, um eine weitere Tochter aufzuziehen.

Dorfbewohner aus dem ostindischen Bezirk Jajpur hatten am vergangenen Samstag das wenige Stunden alte Baby in einer Sandgrube auf einem Feld entdeckt, weil sein Füßchen noch aus dem Sand herausragte. Was mit der Kleinen nach ihrer Rettung und Behandlung im Krankenhaus geschehen soll, ist noch unklar.

Die Eltern haben den Polizeiangaben zufolge bereits zwei Töchter und einen Sohn, die Mutter hat zwei Abtreibungen hinter sich.

In Indien ist männlicher Nachwuchs nach wie vor begehrter als weiblicher, da Söhne bis heute als Ernährer der Familie gelten, während Töchter wegen der hohen Mitgift bei ihrer Heirat eine finanzielle Last bedeuten.

Obwohl Tests zur pränatalen Geschlechtsbestimmung verboten sind, werden sie vor allem in den ländlichen Gebieten bis heute häufig vorgenommen – und weibliche Föten dann abgetrieben.

apa/afp

stol