Donnerstag, 14. Juli 2016

Bahnhofsvorsteher in Apulien: „Wir sind auch Opfer“

Nach dem schweren Zugunglück in Süditalien hat sich einer der Bahnhofsvorsteher zu Wort gemeldet.

Bei dem Zugunglück in Apulien kamen mindestens 23 Menschen ums Leben.
Bei dem Zugunglück in Apulien kamen mindestens 23 Menschen ums Leben.

„Es stimmt, dieser Zug sollte nicht losfahren“, sagte Vito Piccarreta, der Vorsteher des Bahnhofs in Andria, wo der Zug losfuhr, der wenig später mit einem entgegenkommenden frontal zusammenstieß.

Er habe dem Zug das Signal zum Fahren gegeben. „Aber in dieser Geschichte sind auch wir Opfer. Wir sind verzweifelt, ein einziger menschlicher Fehler kann nicht all das verursacht haben“, erklärte er in der Zeitung „La Repubblica“ (Donnerstag).

Bei dem Unglück am Dienstag kamen mindestens 23 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung.

Gegen wen, ist offiziell noch nicht bekannt. Nach Medienberichten sind es mindestens drei Bahnmitarbeiter. Die Ermittler betonten, dass menschliches Versagen nur einer von vielen Strängen ist, der untersucht wird.

Eine Frage ist auch, warum der Ausbau zu einer zweigleisigen Strecke jahrelang verschleppt wurde.

dpa

stol