Mittwoch, 15. Juli 2015

BAS-Aktivist Peter Kienesberger gestorben

Der Südtiroler Heimatbund gab am Mittwoch den Tod Peter Kienesbergers bekannt. Der Oberösterreicher, der dem Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) angehörte, verstarb Dienstagabend im Kreis seiner Familie.

Peter Kienesberger ist tot.
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Peter Kienesberger ist tot. - Foto: © D

Der Südtiroler Heimatbund dankte dem Verstorbenen "für seinen Einsatz für ein freies Tirol und drückt der Familie ihr tiefes Mitgefühl aus", heißt es in einem Schreiben von Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

Auch die Freiheitlichen schlugen in dieselbe Kerbe. "Das Ableben des Südtirolaktivisten Peter Kienesberger sollte Südtirol in Bewusstsein rufen, dass die heutige Südtirol-Autonomie nur unter schwersten Opfern errungen werden konnte und sollte darüber hinaus Anlass sein, an all jene, die damals schwere Opfer auf sich nahmen, Danke zu sagen", schreibt Ulli Mair.

Vergangenheit holt Kienesberger ein

Kienesberger war 1971 in Florenz – gemeinsam mit Erhard Hartung – wegen des Anschlags auf der Porzescharte im Juni 1967 mit vier getöteten Carabinieri in Abwesenheit zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden.

Vor österreichischen Gerichten erzielte Kienesberger in gleicher Sache, nach einer ersten Verurteilung, in der Revision einen Freispruch.

Sowohl Kienesberger als auch Hartung hatten stets bestritten, am Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Kienesberger siedelte nach den Strafverfolgungsmaßnahmen in Folge seiner BAS-Aktivitäten nach Deutschland über, wo der Diplom-Kaufmann seit den 1970er Jahren in Nürnberg lebte und als Verleger und Publizist tätig war.

Wegen Laurin-Stiftung vor Gericht

2010 holte die Vergangenheit die Aktivisten erneut ein. Kienesberger sowie Hartung sind im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur millionenschweren Laurin-Stiftung wieder in die Schlagzeilen geraten. Die Stiftungs-Verantwortlichen wurde im Februar am Oberlandesgericht zu je sechs Jahren Haft verurteilt. Anwalt Carlo Bertacchi hat noch im März 2015 Berufung vor dem Kassationsgericht angekündigt.

"Anstatt sich für diesen Einsatz einer Stiftung zu bedanken und sich zu schämen, dass man als Staat den eigenen Pflichten nicht nachkommt, bescherte man der Stiftung Hausdurchsuchungen, Schmutzkübelkampagnen, Gerichtsverfahren und Untersuchungen durch die Finanzpolizei", wettert Ulli Mair in dem Zusammenhang.

"Peter Kienesberger wird in der Geschichte des Freiheitskampfes der sechziger Jahre, aber auch im friedlichen Kampf bis heute, immer ehrenvoll zu nennen sein", so Heimatbundobmann Lang.

stol

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