Dienstag, 03. Oktober 2017

Bauern gehen gemeinsam gegen "Pestizidtirol" vor

Die Strafanzeige von Landesrat Arnold Schuler gegen das Münchner Umweltinstitut sowie Alexander Schiebel, den Autor des Buches „Das Wunder von Mals“ und dessen Verlag Oekom war nur der Anfang. Immer mehr Verbände und Vereine schließen sich der Klage an - allen voran die Bauern.

Ein Plakat des Umweltinstituts München.
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Ein Plakat des Umweltinstituts München.

Landesrat Arnold Schuler hatte bei der Staatsanwaltschaft in Bozen Strafanzeige hinterlegt – und zwar wegen übler Nachrede und Verbreitung von Falschinformationen zum Schaden der Südtiroler Landwirtschaft (STOL hat berichtet). 

Bauernbund, VI.P und VOG beteiligen sich

Nun stellt sich auch der Südtiroler Bauernbund hinter diese Strafanzeige. „Weil ganz Südtirol in ein schlechtes Licht gerückt wurde, werden wir den von Landesrat Arnold Schuler initiierten Strafantrag mitunterzeichnen“, erklärt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. 
Gründe dafür hat der Bauernbund gleich mehrere: „Schiebel und das Umweltinstitut München haben neben der Landwirtschaft Südtirol insgesamt diskreditiert“, bedauert Leo Tiefenthaler.

Auch die Obstbauern bzw. deren Vertreter in der VI.P (Verband der Vinschger Obst- und Gemüseproduzenten) sind aufgerufen, sich an einer Sammel-Strafanzeige zu beteiligen. Im Gespräch mit den „Dolomiten“ bestätigt VI.P-Obmann Thomas Oberhofer, dass man sich an die Mitglieder gewandt habe.

Am Dienstag meldete auch der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaft VOG seine Beteiligung an. "Je mehr Produzenten sich solidarisch mit den Strafanzeigen von Landesrat Schuler zeigen, umso größer ist auch das Signal, dass die Südtiroler Obstwirtschaft geschlossen hinter dieser Maßnahme steht", erklärt Obmann Georg Kössler. 

Imageschaden durch "Pestiziditrol"

Das Tagblatt "Dolomiten" schreibt in der Dienstagsausgabe gar von einer zu erwartenden Flut an Strafanzeigen. 

Das Münchner Umweltinstitut hatte in Großplakaten die aktuelle IDM-Werbekampagne karikiert, unter anderem mit dem Titel: „Südtirol sucht saubere Luft. Südtirol sucht sich“. Für Unmut sorgte auch eine Aktion, bei der Radfahrer in Schutzanzügen und Atemschutzmasken im Burggrafenamt unterwegs waren.
Der SBB-Obmann verweist auf die Verunglimpfung der Südtiroler Dachmarke mit dem Slogan „Pestizidtirol“. „Für Südtirol ist daraus ein Imageschaden entstanden“, betont Tiefenthaler. 

Schieber: Vorsätzliche Tötung von Kindern

Alexander Schiebel hingegen ist Autor des umstrittenen Buches „Das Wunder von Mals“. Darin sei "die Rede, dass Kinder sozusagen am Spielplatz vergiftet würden“, ärgert sich Landesrat Schuler. 

„Zum einen werden darin Bauern der vorsätzlichen Tötung bezichtigt, zum anderen wird Südtirol insgesamt als ein Land von – wörtlich – Kriechern und Heuchlern bezeichnet“, ereifert sich auch Tiefenthaler. Schon allein aus diesem Grund ist es für den Bauernbund klar, dass der Strafantrag unterstützt werden müsse.

Das Präsidium des Bauernbundes wird den Strafantrag daher mitunterzeichnen. Zum Präsidium zählen neben Landesobmann Tiefenthaler und seinen beiden Stellvertretern Viktor Peintner und Bernhard Burger der Vertreter der Bezirksobmänner Karl Framba, die Spitzen der bäuerlichen Organisationen Hiltraud Erschbamer, Wilhelm Haller und Gottfried Oberstaller sowie Direktor Siegfried Rinner. 

stol/ker

stol