Montag, 03. Juni 2019

Begeisterung am Tag der offenen Tür des Basistunnels

Über 2500 Besucher haben die Gelegenheit am Sonntag genutzt, die Tunnelbohrmaschine „Virginia“ zu sehen, die den Brenner Basistunnel von Mauls bis zur Staatsgrenze bohrt.

2500 Interessierte haben am Sonntag den BBT besucht. - Foto: D
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2500 Interessierte haben am Sonntag den BBT besucht. - Foto: D

Der Start der letzten der 3 in Italien eingesetzten Tunnelbohrmaschine „Virginia“ vor 10 Tagen ist noch frisch in Erinnerung. Am Sonntag hat der Brenner Basistunnel die Arbeiten an der Baustelle für einen ganzen Tag eingestellt, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, die gigantische  Tunnelbohrmaschine an den ersten Tagen ihrer Fahrt in Richtung Brenner zu besichtigen.

Die zahlreichen Besucher, die auch von außerhalb der Region angereist  waren, wurden mit Bussen zur Weströhre des Brenner Basistunnels gefahren und erreichten nach einem kurzen Spaziergang, in dem sie die verschiedenen Phasen der Fertigstellung der Arbeiten sehen konnten, die Startkaverne der Tunnelbohrmaschine. Sie wurden von den Technikern des BBT empfangen, welche die Gäste, nach einer kurzen Beschreibung der allgemeinen Funktionsweise einer Tunnelbohrmaschine, in den Bauch des 2750 Tonnen schweren Stahlriesen führten, der sich mit 5700 PS (4200 KW) und einer Kraft von 20 Tonnen gegen das Gestein presst und so unaufhaltsam Meter für Meter in den Berg dringt.

Pünktlich um 10:30 Uhr begannen die Besichtigungen und die an der Baustelle angebotenen verschiedenen Attraktionen für Groß und Klein vor dem Tunnelportal: Präsentationen zum Projekts und zur Tunnelbohrmaschine, Informationsfilme sowie Präsentationen der Mitarbeite des BBT zu Themen im Bereich Umwelt, Technik und Wissenschaft.

Die Organisation dieser Veranstaltung war eine echte Herausforderung, wie BBT-Gesellschaft mitteilte. Es sei kein leichtes Unterfangen, eine Baustelle dieser Größe für ein so großes Publikum zu öffnen und es zu einer mehr als 4 Kilometer von der Oberfläche entfernten Tunnelbohrmaschine zu führen. 

Der Stand der Arbeiten

Der Brenner Basistunnel ist ein Gemeinschaftsprojekt von Österreich und Italien, das von der Europäischen Union mitfinanziert wird. Der Tunnel wird Franzensfeste mit Innsbruck verbinden, wo er an die bestehende Umfahrung anschließen und mit einer Gesamtlänge von 64 km zum längsten Eisenbahntunnel der Welt sein wird. Das Bauwerk wird es in Zukunft ermöglichen, mehr Güter effizienter und schneller auf der Schiene zu transportieren. Auch für den Personenverkehr gibt es Vorteile, denn die Reisezeit zwischen Bozen und Innsbruck wird sich auf ca. eine Stunde verringern.

Derzeit sind bereits 101 Kilometer ausgebrochen. Beim Brenner Basistunnel handelt es sich nämlich um ein Tunnelsystem, das sich über eine Gesamtlänge von 230 km erstreckt. Bis dato wurden die vier Fensterstollen, ein beträchtlicher Teil des Erkundungsstollens sowie mehrere Kavernen und Verbindungstunnel fertiggestellt. Auch der Vortrieb der Haupttunnel, in denen die Züge in Zukunft fahren werden, hat bereits begonnen. Beim Baulos "Mauls 2-3", dem größten Baulos des Brenner Basistunnels, sind seit dem Frühjahr 2019 drei Tunnelbohrmaschinen in Betrieb, die den Erkundungsstollen und die beiden Haupttunnel in Richtung Brenner vortreiben. 

Die Arbeiten schreiten kosten- und termingerecht voran. Planmäßig soll das Bauwerk 2028 fertiggestellt werden.

stol

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stol