Donnerstag, 23. Februar 2017

„Bildungswüste“ für 84.000 Kinder in Erdbebengebiet

Sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien ist die Lernsituation Tausender Kinder in der Region desaströs. Zu diesem Schluss kommt die Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ in einem am Donnerstag vorgestellten Bericht.

Die Erdbeben in Mittelitalien haben zahlreiche Häuser zerstört, darunter auch Schulen. Für die Kinder der Regionen hat sich damit ein regelmäßiger Unterricht erledigt.
Die Erdbeben in Mittelitalien haben zahlreiche Häuser zerstört, darunter auch Schulen. Für die Kinder der Regionen hat sich damit ein regelmäßiger Unterricht erledigt. - Foto: © LaPresse

Mehr als 84.000 Kinder und Jugendliche befinden sich demnach in einer „Bildungswüste“: Sie könnten nicht regelmäßig zur Schule gehen, würden in Zelten unterrichtet oder müssten weite Wege von ihrem Zuhause auf sich nehmen, um eine Schule besuchen zu können.

Am 24. August hatte ein Erdbeben der Stärke 6,2 – gefolgt von starken Nachbeben im Oktober und Jänner – das Berggebiet in den Regionen Marken, Latium, Umbrien und Abruzzen erschüttert. Fast 300 Menschen starben, einige an Hängen gelegene Ortschaften wurden komplett in Trümmer gelegt.

Laut „Save the Children“ machte das Erdbeben von den 990 Schulen im Gebiet jede zehnte dauerhaft unbegehbar, mehr als jede vierte konnte teilweise oder zeitweise nicht genutzt werden.

Noch fast 12.000 Menschen, die das Beben obdachlos machte, werden nach Angaben der italienischen Katastrophenschutzbehörde derzeit von den Behörden betreut. Sie sind in Hotels, Sporthallen oder Container-Unterkünften untergebracht.

apa

stol