Donnerstag, 24. Januar 2019

Bischof: „Brauchen guten Journalismus mehr denn je"

Der 24. Jänner ist der Gedenktag des Heiligen Franz von Sales, des Patrons der Journalisten. Auch heuer wieder lud Bischof Ivo Muser an diesem Tag alle Medienschaffenden Südtirols in das Bozner Pastoralzentrum zu einer Wortgottesfeier und zum gemeinsamen Dialog.

 Auch heuer wieder lud Bischof Ivo Muser an diesem Tag alle Medienschaffenden Südtirols in das Bozner Pastoralzentrum. - Foto: Diözese Bozen-Brixen
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Auch heuer wieder lud Bischof Ivo Muser an diesem Tag alle Medienschaffenden Südtirols in das Bozner Pastoralzentrum. - Foto: Diözese Bozen-Brixen

Bischof Ivo hielt eine Ansprache an die Journalisten: „Franz von Sales, der heilige Kirchenlehrer, der uns heute zusammengeführt hat, fühlte sich in seinem Tun und Schreiben vor allem der Wahrheit verpflichtet. ,Wahrheit‘ und ,Wahrhaftigkeit‘ sind Anliegen, die uns in seinen Briefen und Schriften häufig begegnen.

Er war ein Mann des offenen Wortes. Er scheute sich nicht, Missstände in Politik, Kirche und Gesellschaft offen beim Namen zu nennen. Ihm war klar: Um die Sünde auszumerzen, darf sie nicht vertuscht, sondern muss angesprochen und kritisiert werden, ohne jedoch dem Sünder seine Würde abzusprechen. Was ihn besonders auszeichnet, ist sein Respekt gegenüber Andersdenkenden.“

Welttag der sozialen Kommunikationsmittel: Die Botschaft des Papstes

Der Bischof nutzte den Anlass, um auch die Botschaft des Papstes zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am bevorstehenden Sonntag zu teilen.

„Wir sind als Glieder miteinander verbunden. Von Community zu Gemeinschaft" lautet das Motto für den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der in der Diözese Bozen-Brixen am 27. Jänner 2019 begangen wird.

Auch der Beitrag der Sendung „Südtirol Heute“ hat über den Medienempfang berichtet. 

Mehr Gemeinschaft schaffen

Das Motto, das dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (4,25) entnommen ist, soll die Notwendigkeit betonen, die vielfältige mediale Kommunikation wieder auf ihr Ziel auszurichten: Gemeinschaft zu schaffen. Angesichts mancher vorherrschender Trends in den so genannten sozialen Netzwerken gilt es, die mediale Interaktion wieder stärker als Dialog und Gelegenheit der Begegnung zu verstehen.

Es gilt, Community nicht mit Gemeinschaft zu verwechseln. In einer Gemeinschaft werden Inhalte geteilt, es wird am Zusammensein gearbeitet und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt gestellt.

Wenn Gesprächsplattformen die einzige Informationsquelle werden

Das Landesstatistikinstitut Astat hat 2018 erhoben, dass in Südtirol jeder zweite Internetuser soziale Netzwerke nutzt, also etwa Facebook, Twitter, Youtube oder Instagram. Diese digitalen Marktplätze sind als Gesprächsplattformen entwickelt worden, als Plattformen, die es uns ermöglichen, mit unseren Freunden in Kontakt zu bleiben.

Leider verwandeln sie sich heute immer mehr in die einzige Informationsquelle der Nutzer – mit dem Risiko, die Welt auf Slogans zu reduzieren.

Kirche müsse sich auch den Sozialen Medien anpassen

Auch die Kirche müsse in den sozialen Netzwerken zuhause sein, verkündete der Bischof. Sie zu ignorieren, sei keine Option. Deshalb müsse die Kirche die notwendigen Kompetenzen erwerben und sie zu einem Teil des heutigen Christseins werden lassen.

Das beginne in den Priesterseminaren und theologischen Hochschulen und Fakultäten, umfasse aber auch einen aktuellen Internetauftritt der Diözesen. Der neue Auftritt der Diözese wird in wenigen Wochen online gehen.

Qualitätsjournalismus gefragter denn je

„Die Gesellschaft braucht guten, professionellen Journalismus dringender als je zuvor, weil im digitalen Zeitalter mit seinen fast unbegrenzten Möglichkeiten eine Flut von Informationen auf die Menschen losgelassen wird. Es braucht eine wertorientierte Auswahl, Bewertung der Fakten, und es braucht Zusammenhänge, die Orientierung geben. Das Internet vermehrt das Wissen wie nie zuvor in der Geschichte. Das weltweite Netz geht in die Breite; laufend wird Masse produziert“, rief Ivo Muser am Ende seiner Ansprache auf.

stol

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stol