Eine Kirche, so Bischof Muser, die nur im Strom der Meinungen mitschwimme, müsse sich fragen, ob sie wirklich in der Spur des Evangeliums ist.<BR /><BR />In seiner Predigt sagte der Bischof, dass die heutige Kirche den Zuständen und den Erfahrungen der Urkirche immer näherkomme: „Wir sind nicht mehr stark, wir sind nicht mehr viele, einflussreich, wichtig und tonangebend. Wir haben schon lange nicht mehr alles im Griff und gesellschaftlich spielen wir höchstens noch eine Nebenrolle.“<BR /><BR /> Träume man vielleicht zu viel von einer starken, einflussreichen Kirche „nach unseren Plänen und Konzepten, mit abgesicherten, unveränderlichen Strukturen, mit immer klaren Antworten und mit der innerweltlichen Hoffnung, anzukommen und keinen Widerstand zu haben“? <h3> „Erste christliche Gemeinden waren groß in ihrer christlichen Identität“</h3>„Die ersten christlichen Gemeinden waren nicht groß und strukturell abgesichert“, so der Bischof. „Sie waren klein, eine Minderheit, gesellschaftlich am Rande und nicht selten sogar verfolgt. Aber sie waren groß in ihrer christlichen Identität und mit einem deutlichen missionarischen Auftrag.“<h3> „Eine Kirche, die nur gelobt werden möchte, muss sich fragen, ob sie in der Spur des Evangeliums ist“</h3>„Kirche heute, das ist meine Überzeugung, wird nicht überleben, wenn sie jedem Konflikt ausweicht und beginnt, unserer Zeit und ihren Moden nach dem Mund zu reden. Eine Kirche, die in unserer komplexen Gesellschaft keinen Widerspruch auslöst, eine Kirche, die nur gelobt werden möchte, weil sie das nachsagt, was „in“ ist und die im Strom der Meinungen mitschwimmt, muss sich fragen, ob sie wirklich in der Spur des Evangeliums ist, in der Spur des gekreuzigten Auferstandenen“, so der Bischof.<h3> Karfreitagsliturgie um 15 Uhr im Bozner Dom</h3>Am heutigen Karfreitag begeht Bischof Muser im Bozner Dom um 15 Uhr die Feier vom Leiden und Sterben Christi. Die Karfreitagsliturgie aus dem Bozner Dom wird direkt vom diözesanen Sender Radio „Grüne Welle “ übertragen.<BR />