Freitag, 26. Juli 2019

Blitzerekord in Südtirol: Es waren 14.000

Während in anderen Ländern die Hitzerekorde purzeln, wurde hierzulande der Blitzerekord geknackt. Seit dem Jahr 2007 werden laut dem Landesmeteorologen Dieter Peterlin in Südtirol nun schon die Gewitter aufgezeichnet. Und seit damals war noch kein Tag so blitzreich wie der gestrige Donnerstag. Sage und schreibe 14.000 Blitzeinschläge wurden gezählt. 60 Feuerwehren rückten zu über 100 Unwettereinsätzen aus. Allein in Bozen wurde die Berufsfeuerwehr zu 20 Einsätzen gerufen.

Ein Blitz in Dorf Tirol. - Foto: Csaba Kertész
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Ein Blitz in Dorf Tirol. - Foto: Csaba Kertész

Ein wahres Blitz-Spektakel, schreibt Peterlin, war es, das sich am Donnerstagabend in ganz Südtirol abgespielt hat. Kein einziger Bezirk wurde verschont. 

Und die Gewitter fielen dabei teilweise sehr stark aus. Blitz und Donner, Hagel, Starkregen und teils heftige Sturmböen gingen über Südtirol nieder. Wie berichtet, wurde am Donnerstag ein 57-jähriger Wanderer aus Bologna im Passeiertal vom Blitz getroffen und schwer verletzt. 

60 Feuerwehren bei über 100 Einsätzen

Knapp 60 Freiwillige Feuerwehren mit Schwerpunkt in den Bezirken Brixen/Eisacktal, Bozen, Wipptal/Sterzing, Meran, sowie im Unterland rückten aufgrund der heftigen Gewitter aus und arbeiteten dabei bis in die Morgenstunden über 100 Einsätze ab.

Die Feuerwehren wurden zu Überflutungen von Straßen, Kellern, kleineren Murenabgängen bzw. Steinschlägen und umgestürzten Bäumen, abgebrochenen Ästen und zur Befestigung von Dächern gerufen. In Bozen mussten einige Personen aus einem Aufzug befreit werden. 

Durch die zahlreichen Blitzeinschläge wurden auch 2 kleinere Waldbrände in Wiesen und Jaufental verursacht, die von den Feuerwehren rasch gelöscht werden konnten. Sicherheitshalber wurden außerdem verschiedene Kontrollfahrten durchgeführt und Bachläufe kontrolliert. Laut ersten Informationen halten sich die Schäden der Unwetter in Grenzen. 

20 Einsätze in der Landeshauptstadt Bozen

Aufgrund von umgestürzten Bäumen, abgebrochenen Ästen, losgelösten Dach- und Gebäudeteilen sowie Überschwemmungen standen die Berufsfeuerwehr gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehren Bozen und der Freiwilligen Feuerwehr Gries mit mehreren Mannschaften im Einsatz. Aufgrund von Meldungen von Seiten der Bürger über mögliche Gefahrenstellen rückten die Wehrmänner zudem auch zu zahlreichen Lokalaugenseinen an Gebäuden aus.

Im Einsatz stand auch die Löschgruppe Kohlern der Freiwilligen Feuerwehr Bozen, welche in der Fraktion Kampenn auf der Straße nach Kohlern mehrere umgestürzten Bäume zu beseitigen hatte. Nach Beendigung der Aufräumarbeiten konnte die Kohlererstraße für den Verkehr wieder geöffnet werden. Auch am Dorfplatz von St. Magdalena oberhalb von Bozen kam es zu einem Zwischenfall. Ein größerer Baum konnte den Windböen nicht standhalten und stürzte in Folge gegen einen Lichtmasten der öffentlichen Straßenbeleuchtung, welcher durch den Zwischenfall leicht beschädigt wurde.

Wetter am Freitag

Positiver Nebeneffekt der Gewitter: Die Abkühlung. Vergangene Nacht gab es in keinem Ort in Südtirol eine Tropennacht. Am Freitag wird es aber wieder heiß, am Vormittag ist es recht sonnig, Restwolken lockern bald auf. Aus den Quellwolken bilden sich am Nachmittag und Abend erneut teils starke Gewitter. Im Laufe der Nacht beruhigt sich das Wetter wieder.

stol/vs

stol