Sonntag, 14. August 2016

Bomben in Thailand – Polizei: „Wir wissen, wer dahinter steckt“

Nach der Anschlagsserie in Thailand sind die Ermittler nach eigenen Angaben bei der Aufklärung der Taten entscheidend vorangekommen. „Wir wissen, wer dahinter steckt“, sagte der Vize-Sprecher der thailändischen Polizei, Piyapan Pingmuang, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Im Badeort Hua Hin kam es zu Anschlägen.
Im Badeort Hua Hin kam es zu Anschlägen. - Foto: © LaPresse

Im Badeort Hua Hin, der am schwersten von der Anschlagsserie betroffen war, wurden demnach zwei Verdächtige für eine Befragung in Gewahrsam genommen.

In der Provinz Nakhon Si Thammarat sei im Zusammenhang mit einem Brandanschlag Haftbefehl gegen einen Verdächtigen ausgestellt worden, führte der Sprecher aus.

Er bekräftigte die Darstellung der Militärjunta, dass es sich bei den Anschlägen nicht um das Werk internationaler Terroristen gehandelt habe. „Ich bestätige nochmals, dass es ein Akt lokaler Sabotage war, nicht Terrorismus“, sagte der Polizeisprecher. „Wir haben in Thailand keinen Terrorismus.“

Spekulationen um muslimische Rebelle zurückgewiese

Auch Spekulationen, dass muslimische Rebellen aus dem äußersten Süden Thailands die Anschläge begangen hätten, hatten die Behörden zurückgewiesen. Sollte es sich doch um muslimische Rebellen handeln, wäre dies eine entscheidende Ausweitung ihres Kampfes gegen die Staatsführung des vornehmlich buddhistischen Landes.

Am Donnerstag und Freitag waren innerhalb weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Vier Thailänder wurden getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt.

Neue Verfassung abgesegnet - Kritk

Für Thailands Militärführung ist die Anschlagsserie ein Rückschlag. Nachdem sie sich 2014 an die Macht geputscht hatte, stellte sie sich als Garant für Stabilität und Sicherheit dar.

Wenige Tage vor den Anschlägen hatte die Militärführung in einer Volksabstimmung eine neue Verfassung absegnen lassen, die Kritiker als Versuch einer Zementierung der Militärherrschaft werten.

apa/dpa

stol