Donnerstag, 21. Dezember 2017

„Bordell“ in Bozen: Chinesisches Ehepaar festgenommen

Eine unscheinbare Wohnung in der Bozner Drususallee ist von einem chinesischen Ehepaar als Bordell verwendet worden. Nun konnte das Zuhälterpärchen festgenommen werden.

In dieser Wohnung führte ein chinesisches Ehepaar ein Bordell. - Foto: Carabinieri Bozen
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In dieser Wohnung führte ein chinesisches Ehepaar ein Bordell. - Foto: Carabinieri Bozen

Wie sich herausstellte, hatte das Ehepaar (er 36, sie 31 Jahre alt) junge asiatische Frauen von außerhalb der Provinz „rekrutiert“ und sie in einer Wohnung in der Dursusallee Männern zugeführt. 

Die Ermittlungen waren bereits im November gestartet, als das ständige Kommen und Gehen von Männern auffällig wurde. Im Zuge ihrer Beobachtungen zählten die Carabinieri von Bozen mehrere Hundert Klienten aller Alters-, Zugehörigkeits- und Gesellschaftsschichten.

Ehepaar führte Verhandlungen und behielt absolute Kontrolle

Das Zuhälterpärchen warb im Internet und in Tageszeitungen, die angegebene Telefonnummer führte aber nicht direkt zu den gewünschten „Damen“, sondern zunächst zur 31-jährigen Chinesin.

Diese verhandelte mit dem Klienten, erklärte zusätzliche „Dienstleistungen“ - etwa die Möglichkeit, zu duschen - und verlangte einen höheren Preis, wenn der Klient etwa ungeschützten Verkehr wünschte. Erst dann wurde die Erlaubnis an die jeweilige Prostituierte gegeben, den Mann ins Haus zu lassen.

Auf diese Weise behielt das Ehepaar die absolute Kontrolle über die Einnahmen und verhinderte, dass die jungen Asiatinnen eventuell Geld für sich zurückbehalten konnten. Tatsächlich erhielten die Prostituierten weniger als 15 Prozent des verhandelten Preises, den Rest behielt das Ehepaar.

Nach dem Vollzug konnten die Kunden die Prostituierten bewerten, außerdem bot das Ehepaar für „Stammkunden“ bessere Preise an.

Täglich 15 bis 20 Kunden

Alle 2 Wochen wurden die Mädchen „ausgetauscht“: Nicht etwa aus Rücksicht auf die jungen Frauen, die neben ihren körperlichen Pflichten auch von früh bis spät Telefondienste machen mussten und die Wohnung deshalb selten verlassen konnten, sondern weil sich die Kunden „Abwechslung“ wünschten.

Pro Tag zählten die Carabinieri im Zuge ihrer Beobachtungen etwa 15 bis 20 Kunden am Tag, was dem Paar eine geschätzte Einnahme von 2000 bis 3000 Euro einbrachte.

Das Ehepaar wurde festgenommen und in die Gefängnisse von Bozen und Venedig gebracht. Die Wohnung wurde beschlagnahmt, ebenso Dokumente, mehrere Computer, Telefone und rund 30.000 Euro an Einnahmen.

stol/liz

stol