Montag, 08. Oktober 2018

Bozen: Auge in Auge mit dem Einbrecher

Der Alptraum vieler Menschen ist am Sonntagabend für einen Bozner knallharte Realität geworden. Plötzlich sah sich der 54-jährige A.S. mit der Anwesenheit eines Einbrechers konfrontiert.

Der Einbrecher stand plötzlich im Schlafzimmer eines 54-jährigen Bozners.
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Der Einbrecher stand plötzlich im Schlafzimmer eines 54-jährigen Bozners. - Foto: © shutterstock

A.S. kehrte am Sonntag gegen 17 Uhr von einem Ausflug nach Hause in seine Wohnung im ersten Stock in der Bozner Fagenstraße zurück. Etwas müde vom Tag legte er sich im Schlafzimmer für ein „Rasterle“ noch ein wenig aufs Ohr. Es war gegen 19.30 Uhr, als er plötzlich aufwachte und bemerkte, dass sich eine dunkle Gestalt in seinem Zimmer befand.

Wie der Betroffene gegenüber STOL berichtet, war es ein etwa 180 bis 185 Zentimeter großer Mann mit kräftiger, athletischer Statur, der nur etwa 2 Meter von ihm entfernt mit einer Taschenlampe herumleuchtete und wohl nach Wertsachen suchte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte dieser nicht, dass er bereits beobachtet wurde.

Der 54-jährige Bozner, der immer noch im Bett lag, verhielt sich ruhig und überlegte fieberhaft, wie er sich nun am besten verhalten oder sich im schlimmsten Fall wehren könnte.

„Ich handelte intuitiv“

„Natürlich hatte ich Angst, aber ich entschied mich intuitiv auf „Angriff“ zu gehen“, erzählt er gegenüber STOL. Er hüpfte also aus dem Bett, lief zum Lichtschalter, schaltete das Licht ein und herrschte den Mann osteuropäischer Herkunft mit energischem Ton an. 

Der überraschte Einbrecher reagierte seinerseits mit der Aufforderung, A.S. solle sich aufs Bett zu setzen. Der Bozner ließ sich davon aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil: „Ich wurde zornig und dachte mir, ich lass' mir doch von einem Einbrecher nicht sagen, was ich zu tun habe und sagte ihm mit scharfem Ton, er solle sofort meine Wohnung verlassen“, so der Bozner gegenüber STOL. Fast zeitgleich ging er auf den Unbekannten zu und es kam zu einer leichten Handgreiflichkeit, eher eine „Schieberei“, zwischen den beiden Männern. 

Einbrecher sprang vom Balkon

Dem Wohnungsbesitzer gelang es schließlich den Eindringling aus dem Zimmer in den Flur zu schieben. Eingeschüchtert suchte dieser dann doch lieber das Weite. Er flüchtete über den Balkon, von wo aus er vermutlich auch über die offene Balkontür in die Wohnung eingestiegen war. 

Nach dem schockierenden Erlebnis habe er eine unruhige Nacht gehabt, konnte nicht gut schlafen, so A.S. gegenüber STOL. Zur Ablenkung habe er mit seinen Brüdern telefoniert. In Zukunft werde er seine Balkontür nicht mehr offen stehen lassen, denn „so etwas möchte ich nie mehr erleben, auch wenn alles glimpflich ausgegangen ist“, sagt er abschließend. 

Gegen 23 Uhr erstattete er schließlich Anzeige bei der Staatspolizei, nachdem er es zunächst online vergeblich versucht hatte.  

stol/vs

stol