Samstag, 24. Februar 2018

Bozen: Unbekannte stehlen Defibrillator

Nicht einmal mehr lebensrettende medizinische Geräte sind vor Dieben sicher: Auf dem Dominikanerplatz wurde am Freitag gegen 4 Uhr morgens ein Defibrillator aus einer Säule gestohlen. Der Direktor des Weißen Kreuzes, Ivo Bonamico, ist baff: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit kommen würde. Wo leben wir denn?“

Ein Defibrillator wurde in Bozen gestohlen. - Foto: fin
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Ein Defibrillator wurde in Bozen gestohlen. - Foto: fin

Dass der Defibrillator gegen 4 Uhr gestohlen wurde, weiß das Weiße Kreuz deshalb, weil es zu der Defi-Säule eine Telefonverbindung gebe.

Das Weiße Kreuz hat Anzeige bei den Carabinieri erstattet. Die gesamte Säule kostet laut Bonamico 3000 Euro, der Defibrillator 2000 Euro. Der Defibrillator ist natürlich leicht zugänglich – er muss ja bei Bedarf, wenn ein Bürger einen Herzstillstand hat, sofort benutzt werden können, erklärt der Direktor des Weißen Kreuzes. „Wir können den Defibrillator deshalb nicht mit einem Schloss sichern.“

Laut Bonamico wurden in Bozen 10 solche Säulen (Totem) aufgestellt. Vor eineinhalb Jahren sei das Projekt gestartet worden. Das Weiße Kreuz steckte 20.000 Euro in das Projekt, die Gemeinde Bozen 10.000 Euro. Das Weiße Kreuz finanzierte das Projekt mit den Einnahmen aus den 5 Promille-Abgaben der Bürger.

Der Projektleiter der öffentlichen Defibrillationssäulen, Marco Comploi, erklärt, warum Defibrillatoren so wichtig sind: Bei einem Herzstillstand könne das Kammerflimmern – in Kombination mit der Herzdruckmassage- mit – einem Stromschlag des Geräts unterbrochen werden. Geschehe dies innerhalb der ersten 5 Minuten, steige die Überlebenschance um 40 Prozent.

Schockiert von der Tat zeigt sich auch Stadtrat Luis Walcher. „Mir fehlen die Worte. Wenn jetzt schon derart wichtige Geräte gestohlen werden, haben wir einen bedenklichen Tiefpunkt erreicht“, sagt Walcher.

hof/fin

stol