Mittwoch, 10. Juli 2019

Bozner Freibad: Ungebildete Gäste fliegen hinaus

Die Bilder von tumultartigen Szenen in deutschen Freibädern machten letzte Woche die Runde durch die sozialen Netzwerke. Auch in Bozen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit ungebildeten Badegästen. Die Null-Toleranz-Strategie von Stadtrat Angelo Gennaccaro scheint aber zu wirken, wie das Tagblatt „Dolomiten“ am Mittwoch berichtet.

Unter den Badegästen gibt es immer wieder Personen, die sich nicht zu benehmen wissen.
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Unter den Badegästen gibt es immer wieder Personen, die sich nicht zu benehmen wissen. - Foto: © shutterstock

An Spitzentagen ist das Bozner Freibad rappelvoll. Quasi alle sozialen Schichten suchen Erfrischung im kühlen Nass. „Man muss sich vorstellen, dass sich an Spitzentagen bis zu 4000 Badegäste im Freibad tummeln“, sagt der zuständige Stadtrat Angelo Gennaccaro. Das sei die Bevölkerung eines kleinen Dorfes, „da muss die Organisation funktionieren.“

Unter den Badegästen gibt es immer wieder Personen, die sich nicht zu benehmen wissen. Anlässlich der Hitzewelle Ende Juni machten nahezu täglich Situationsberichte aus deutschen Freibädern die Runde, in denen von tumultartigen Szenen die Rede war: Horden von Jugendlichen belästigten Badegäste, hielten sich nicht an die Hausordnung, die Polizei musste einschreiten, Freibäder wurden vorübergehend geschlossen.

Null-Toleranz-Strategie

Vor einigen Jahren wenn auch nicht in diesem Ausmaß – hatte man auch in Bozen einige Probleme mit ungebildeten Jugendlichen. „Seitdem fahren wir eine Null-Toleranz-Strategie. Wer sich nicht zu benehmen weiß, der wird mit einer Sperre belegt. Derzeit sind es 13 Jugendliche und ein Erwachsener. Es handelt sich um Personen mit Migrationshintergrund, aber auch um Einheimische“, berichtet Gennaccaro.

Mehr Videokameras, mehr Kontrollen

Zu dieser Strategie gehören auch die Aufrüstung des Videoüberwachungssystems und regelmäßige Kontrollgänge. „Diese werden vom Schwimmbadpersonal durchgeführt. Zudem haben wir ein Abkommen mit der Polizei, die Beamte in Zivil auf Streife ins Schwimmbad schickt“, sagt der Stadtrat. Sobald etwas Auffälliges beobachtet wird, wird eingegriffen.

„Die Leute kommen ins Freibad, um sich zu entspannen, abzukühlen und einen schönen Tag zu haben. Jene, die glauben diesen vermiesen zu müssen, werden zur Rechenschaft gezogen“, sagte der Stadtrat.

D/fin/stol

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