Sonntag, 04. August 2019

Brasiliens Präsident verspricht Schutz des Regenwaldes

Nach der umstrittenen Entlassung des Leiters des Weltraumforschungsinstituts INPE hat Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro größere Anstrengungen zum Schutz des Regenwaldes versprochen. „Wir werden auf effiziente Weise im Kampf gegen die illegale Rodung vorgehen”, erklärte er am Samstag auf Facebook. Bolsonaro gilt als Freund der Agrarlobby.

Bolsonaro will gegen "illegale" Rodung vorgehen Foto: APA (AFP)
Bolsonaro will gegen "illegale" Rodung vorgehen Foto: APA (AFP)

Bolsonaro veröffentlichte zudem ein Video, in dem der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles eine neue Technologie zur präziseren Messung der Abholzung ankündigt. Zugleich legte der als Klimawandel-Skeptiker bekannte Staatschef im Streit mit dem scheidenden INPE-Leiter Ricardo Galvao um Satellitenbilder zur Zerstörung des Regenwaldes nach. „Wir können Sensationsgier oder die Propagierung ungenauer Zahlen, die das Bild Brasiliens schwer beschädigen, nicht hinnehmen”, erklärte Bolsonaro.

Bolsonaro gilt als Freund der Agrarlobby

Die Daten des Instituts zeigen einen dramatischen Anstieg der Regenwald-Zerstörung um 88 Prozent binnen eines Jahres. Bolsonaro hatte die Satelliten-Daten bereits zuvor mit den Worten quittiert: „Bei all der Zerstörung, die sie uns vorwerfen, wäre das Amazonas-Gebiet bereits völlig verschwunden.” Am Freitag kündigte Galvao an, dass er entlassen werde.

Bolsonaro gilt als Freund der Agrarlobby. So hatte er die Idee in Umlauf gebracht, auch geschützte Urwaldregionen für die Landwirtschaft zu erschließen. Ein großer Teil der abgeholzten Flächen wird zur Rinderzucht sowie zum Anbau von Sojabohnen genutzt.

apa/afp

stol