Donnerstag, 01. August 2019

Burggrafenamt: 66 Katzen beschlagnahmt

Wegen Vernachlässigung von Tieren ermittelt die Staatsanwaltschaft Bozen derzeit gegen eine ältere Dame aus dem Burggrafenamt. Die Frau soll in 2 verschiedenen Wohnungen in Algund bzw. Lana 66 Katzen gehalten haben. Diese wurden beschlagnahmt und ins Tierheim Sill gebracht.

Die 66 Katzen wurden beschlagnahmt. (Symbolbild)
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Die 66 Katzen wurden beschlagnahmt. (Symbolbild) - Foto: © shutterstock

Ins Rollen gebracht hatte den Fall der tierärztliche Dienst, der die Staatsanwaltschaft auf einen möglichen Missstand aufmerksam gemacht hatte. Als die Beamten der Dame in deren Wohnung in Algund vergangene Woche schließlich einen Besuch abstatteten, staunten sie nicht schlecht: Wie sich herausstellte, lebte dort nämlich nicht nur sie selbst, sondern mit ihr auch eine ganze Katzenschar. Insgesamt 26 Tiere zählten die Sicherheitsbeamten. Die Tiere sollen sich teilweise in einem schlechten Gesundheitszustand befunden haben, teilweise unterernährt gewesen sein.

Doch damit nicht genug. Wie sich herausstellte, verfügt die Frau in Lana noch über eine zweite Wohnung. Als sich die Beamten auch diese aufsperren ließen, dasselbe Bild wie in der ersten. Auch in dieser Wohnung wimmelte es vor Katzen. 40 Tiere lebten hier eingesperrt. Auch unter diesen befanden sich einige, die krank oder abgemagert waren. In der Folge wurden alle Katzen – insgesamt deren 66 – beschlagnahmt. Auch andere Kleintiere wie Hamster sollen dort gewesen sein. Die Tiere wurden eingefangen und ins Tierheim in die Sill bei Bozen gebracht. Mittlerweile geht es allen Tieren wieder gut. Nun warten sie auf ein neues Zuhause.

Ihrem bisherigen Frauchen aber droht ein gerichtliches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau nämlich wegen des Vorwurfs der Vernachlässigung von Tieren (Art. 727 StGB). Sollte es zu einem Verfahren kommen und die Frau verurteilt werden, droht ihr Ungemach. Laut italienischem Strafgesetzbuch setzt es nämlich für den, der ein Haustier vernachlässigt, oder Tiere unter Verhältnissen hält, die ihrer Natur widersprechen, bis zu einem Jahr Haft und eine Geldstrafe bis zu 10.000 Euro. – Fest steht bereits, dass die Bürgermeister von Lana, Harald Stauder, und von Algund, Ulrich Gamper, ein Tierhalteverbot über die Frau und über deren Wohnung in der jeweiligen Gemeinde verhängen werden.

D/em

stol