Ab sofort leitet Mairhofer die Hilfsorganisation mit über 300 hauptamtlichen Mitarbeitern, mehr als 30 Diensten und einem Bilanzvolumen von rund 20 Millionen Euro im Jahr. Es ist aber die „ungeheure Vielfalt auf der humanen Ebene“ in der Caritas, welche die Rechtsanwältin, 2-fache Mutter und ehemalige Bürgermeisterin der Gemeinde Ulten an ihrer neuen Aufgabe im besonderen Maße reize. <BR /><BR /><BR /><b>Frau Mairhofer, was steht denn heute alles an, am ersten Tag an der Spitze der Caritas?</b><BR />Beatrix Mairhofer: Mein Vorgänger Franz Kripp hat mich bereits durch das Haus geführt und mir Mitarbeiter und Dienste vorgestellt. Nun verschafft er mir einen Überblick am PC.<BR /><BR /><b>Neues Ambiente, neue Aufgaben: Wie fühlt sich das an?</b><BR />Mairhofer: Ich würde es als freudige Erwartungshaltung beschreiben. Ein wenig Aufregung ist sicherlich auch mit dabei, schließlich gilt es, viele neue Gesichter und neue Bereiche kennenzulernen.<BR /><BR /><b>Was im Besonderen reizt Sie an der neuen Aufgabe?</b><BR />Mairhofer: Es ist wohl die ungeheure Vielfalt in dieser Organisation. Hier kann man in so vielen verschiedenen Bereichen des Lebens einen Beitrag leisten, um Menschen zu unterstützen. Gerade diese Vielfalt auf der humanen Ebene hat mich angesprochen, diese neue Herausforderung anzunehmen. <BR /><BR /><b>Welchen Dingen gilt denn vorerst Ihr Hauptaugenmerk?</b><BR />Mairhofer: Zunächst möchte ich mir einen grundlegenden Überblick verschaffen, erst dann werde ich inhaltliche Schwerpunkte setzen. Deshalb ist ein Treffen mit den Bereichsleitern festgesetzt, um ihre Arbeit und ihre Mitarbeiterinnen kennenzulernen. Durch die vielen Dienste in diesem Hause ist es ohnehin so, dass sich nahezu täglich neue (am 1. August, – Anm. Red.) Aufgaben und Herausforderungen ergeben. So kommen heute 30 neue Flüchtlinge an. <BR /><BR /><b>Wie würden Sie sich vom Naturell her einordnen: Eher als pragmatisch veranlagte Macherin oder als Kommunikatorin?</b><BR />Mairhofer: Beides, denke ich. Es ist mir sicherlich wichtig, Initiativen zu starten und eigene Vorstellungen zu verwirklichen, zugleich setze ich auch auf eine gelingende Kommunikation. Visionen und Ideen sollten zusammen im Team entwickelt und umgesetzt werden. <BR /><BR /><b>Was haben Sie bereits mit Bischof Ivo Muser besprochen?</b><BR />Ich hatte zwar ein Gespräch mit dem Bischof, jedoch zum Zeitpunkt des Auswahlverfahrens als noch gar nicht feststand, dass mir die Direktorenstelle anvertraut wird. <BR /><BR /><embed id="dtext86-55419241_quote" /><BR /><BR /><b>Sie sind die erste Frau in diesem Amt. Kann man dies als Signal nach innen und außen werten, im Sinne von gesellschaftspolitischer Öffnung und Weiterentwicklung?</b><BR />Mairhofer: Ja, durchaus. Eine Frau kann durch ihre gesellschaftlichen Rollen und Stellungen andere Sichtweisen einbringen, womöglich auch andere Ansätze verfolgen. Sehr wohl kann das in einem fruchtbringenden Austausch zu anderen Lösungen führen. Ich denke, es ist ein positives Signal, vor allem wenn man bedenkt, dass in benachbarten Regionen dieses Amt männlich besetzt ist.<BR /><BR /><b>Die Caritas ist eine große Institution mit einem sehr breitem Spektrum an Diensten. Wie würden Sie die Hauptaufgabe auf einen Nenner bringen?</b><BR />Mairhofer: Richtig, viele Aufgaben werden in der Öffentlichkeit auch kaum wahrgenommen. Die Caritas erfüllt mit ihren Diensten einen wesentlichen Beitrag, um hierzulande soziale Brennpunkte abzufangen und auch in anderen Gebieten der Welt dringend benötigte Hilfe zu leisten. Das passiert mit Hilfe unserer Bevölkerung und mit finanziellen Mitteln der öffentlichen Hand. Es handelt sich um ein bemerkenswertes Zusammenspiel vieler Akteure, das von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft ist.<BR /><BR />