Montag, 13. Juli 2020

Corona-Notstand drosselt Notrufe

Die Corona-Pandemie zeitigte – wenn man so will – auch positive Folgen. Denn in den Corona-Monaten sind die Anrufe in der Landesnotrufzentrale 112 um rund 30 Prozent zurückgegangen. Das berichten die „Dolomiten“ am Montag.

Während der Pandemie gingen die Anrufe in der Landesnotrufzentrale merklich zurück.
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Während der Pandemie gingen die Anrufe in der Landesnotrufzentrale merklich zurück. - Foto: © fm
„Und von den eingegangenen Notrufen waren fast 50 Prozent keine Notfälle und wurden auch nicht zu den einzelnen Leitstellen weitergeleitet“, sagt Paolo Berenzi, Koordinator des betrieblichen Dienstes für Rettungs- und Notfallmedizin.

Obwohl bereits Ende Februar von der Agentur für Zivilschutz die Grüne Nummer für alle Fragen und Bedürfnisse zum Coronavirus eingerichtet worden war und auch der italienische Staat mit der Nummer 1500 eine Hotline bereitgestellt hatte, gingen laut Berenzi im März mit 18.316 Anrufen noch relativ viele „Notrufe“ ein . „Bei der Nummer 1500 hat oft niemand geantwortet, und zu Beginn der Aktivierung der Grünen Nummer war diese mitunter auch überfordert. Also gingen noch viele Anrufe bei uns ein“, erinnert sich Berenzi.

Aber die Zahlen belegten, dass die Menschen „vor allem Informationsbedarf hatten und es keine Notfälle waren. Das zeigt der Umstand, dass wir in der 112er-Zentrale 47 Prozent der Anrufe blockiert haben. In normalen Zeiten sind es rund 30 Prozent der Anrufe, die wir nicht weitergeben, weil es sich eben um keine Notsituation gehandelt hat, aber die Menschen probieren es einfach“, sagt Paolo Berenzi. Im April waren es 43 Prozent blockierter Anrufe, im Mai und Juni immerhin noch immer 41 Prozent sprich 5644 bzw. 5516 Anrufe, für die in der 112-Zentrale Ende war – weil keine Notlage vorgelegen ist.


Dass mit dem Lockdown und dem von oben verordneten Daheim-Bleiben die Notfälle – Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle, Freizeitunfälle – zwangsläufig zurückgegangen sind, belegen die Anrufe. „Die normalen Einsätze haben aus diesem Grund natürlich stark abgenommen. Dass es trotzdem so viele Anrufe waren, lag am großen Informationsbedarf der Menschen in diesem Corona-Ausnahmezustand“, bestätigt 112-Koordinator Paolo Berenzi.

Jetzt hingegen habe man in der 112-Notrufzentrale wieder den gewohnten Eingang von Anrufen. „Jetzt sind wir wieder auf Normalniveau und somit auf Vor-Covid-Zeiten. Da genügt schon ein Blick auf die Straßen. Und ich hoffe sehr, dass es zu keiner zweiten Welle kommt“, sagt der 112-Koordinator.

lu