Montag, 14. November 2016

Dammbruch nach Erdbeben in Neuseeland

Das schwere Erdbeben mit Hunderten Nachbeben hat in Neuseeland einen Dammbruch am Clarence River auf der Südinsel verursacht. Wegen Hochwassergefahr wurden die Bewohner des Bezirks Marlborough aufgerufen, „sich sofort in höhere Lagen zu begeben, hat das öffentlich-rechtliche Radio berichtet.

Nach dem Beben der Stärke 7,8 waren Küstengebiet wegen Tsunami-Gefahr evakuiert worden.
Nach dem Beben der Stärke 7,8 waren Küstengebiet wegen Tsunami-Gefahr evakuiert worden. - Foto: © APA/AFP

Das schwere Erdbeben in Neuseeland mit mindestens zwei Toten hat vor allem in dünn besiedelten Regionen starke Schäden verursacht. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich deshalb in Grenzen halten, sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley am Montag. Ministerpräsident John Key sprach jedoch von Schäden in Milliardenhöhe.
„Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den größeren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar“, sagte Tuffley. Regierungschef Key sagte, der Schaden werde „nicht weniger als einige Milliarden Dollar“ (1 Dollar = 0,66 Euro) betragen.

Starke Nachbeben

Die Erde bebte kurz nach Mitternacht Ortszeit. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 bis 7,9 lag nördlich von Christchurch auf der Südinsel. An einigen Küsten brachen mehr als zwei Meter hohe Tsunami-Wellen herein. Mehrere teils starke Nachbeben erschütterten die Region, darunter am Montag eines der Stärke 6,2. Christchurch hatte erst 2011 ein verheerendes Beben erlebt. Bei dem Erdstoß der Stärke 6,3 waren 185 Menschen umgekommen.

Zahlreiche Straßen verschüttet

Bei dem neuen Beben haben Erdrutsche zahlreiche Straßen verschüttet, Hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in größeren Landstrichen fiel der Strom aus. Straßen wiesen tiefe Risse auf. Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden. Einwohner veröffentlichten Fotos von umgekippten Regalen und bröckelnden Zimmerdecken in sozialen Medien.

Aufbau wird Monate dauern

Regierungschef Key überflog die Region im Hubschrauber und sah an der Küste nördlich von Christchurch die massiven Felsabstürze. „Dort ist einfach absolute Verwüstung. Das wird Monate dauern, das wieder herzurichten“, sagte er. In der Früh hatte er in der Hauptstadt Wellington 40 Touristen besucht, die in der Nacht im Parlamentsgebäude Zuflucht bekommen hatten. Sie schliefen in der Lobby, weil unsicher war, ob ihr Hotel noch sicher war.

Besonders betroffen war der Ort Kaikoura etwa 180 Kilometer nördlich von Christchurch. Er hat rund 2000 Einwohner. Dort wurde nach Medienberichten eine mehr als Hundertjährige aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Eine Person kam ums Leben, wie der Arzt des Kaikoura-Krankenhauses, Christopher Henry, im Fernsehen bestätigte. Sechs Menschen seien mit Verletzungen nach Christchurch geflogen worden, 15 würden vor Ort behandelt.

Damm gebrochen

Nördlich von Kaikoura ging ein Erdrutsch in das Flussbett des Clarence nieder und staute das Wasser. Am Montag hieß es dann, dass der solcherart entstandene Damm wieder gebrochen und es zu einer Flutwelle gekommen sei. Die Behörden riefen die Bewohner daher auf, „sich sofort in höhere Lagen zu begeben“.

apa/dpa/reuters

stol