Mittwoch, 08. September 2021

Der langsame Abschied der SAD

Stand heute wären die SAD-Busse auf Südtirols Straßen bald Geschichte: In der vorläufigen Rangordnung für die vom Land ausgeschriebenen 10 Lose für den außerstädtischen Busdienst belegt der bisherige Hauptkonzessionär in den 3 Losen, für die SAD ein Angebot hinterlegt hat, jeweils nur Platz 2. Vor dem definitiven Zuschlag fehlt allerdings unter anderem noch die Überprüfung des finanziellen Teiles der Angebote.

Auf wessen Bussen künftig das Logo „Verkehrsverbund Südtirol“ prangen wird, ist noch nicht definitiv. Laut derzeitiger Rangliste aber sicher nicht mehr auf jenen der SAD.
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Auf wessen Bussen künftig das Logo „Verkehrsverbund Südtirol“ prangen wird, ist noch nicht definitiv. Laut derzeitiger Rangliste aber sicher nicht mehr auf jenen der SAD. - Foto: © Thomas Ohnewein
21 Millionen Buskilometer, aufgeteilt in 10 Lose, wurden Ende Februar EU-weit ausgeschrieben. Die gesamte Ausschreibungssumme für eine Laufzeit von 10 Jahren beträgt rund 714 Millionen Euro.

Durch eine Lossperre kann ein Unternehmen maximal 3 der Lose zugeteilt bekommen. 44 Angebote von 17 Unternehmen waren für die einzelnen Lose hinterlegt worden. Nun ist die Qualitätsprüfung der Angebote abgeschlossen.

Einige Überraschungen

Die nun veröffentlichte vorläufige Reihung bietet einige Überraschungen. Die wohl größte ist, dass der bisherige Großkonzessionär SAD laut derzeitigem Stand leer ausgehen würde. In allen 3 Losen, in der die SAD ein Angebot hinterlegt hat – Schlern-Gröden, Eisacktal und Ahrntal/Bruneck – ist das Unternehmen derzeit nämlich auf Platz 2 gereiht. Mit Unterland, Schlern-Gröden und Vinschgau gleich 3 Lose würde sich Simobil sichern. Hinter dem Unternehmen steht u.a. der Kastelruther Markus Silbernagl, Präsident des Buskonsortiums LiBUS und Chef des gleichnamigen Busunternehmens.

Bekanntlich hat das Land die ursprüngliche Ausschreibung der Buskonzessionen 2018 kurz vor Abgabeschluss gestoppt, weil LiBUS damals nicht die nötigen Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Ausschreibung aufwies.

Die definitive Vergabe der Buskonzessionen soll in den kommenden Wochen erfolgen. Zuvor muss noch geprüft werden, ob Ausschlussgründe vorliegen und ob es ungewöhnlich niedrige Angebote gibt.

lpa/em

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