Donnerstag, 09. Juni 2016

"Dicke Luft im Klassenzimmer"

In zwei Dritteln der Südtiroler Klassenzimmer ist die Luftqualität nicht ausreichend, hat ein Projekt der Landesumweltagentur und Schulämter gezeigt.

Techniker haben Südtirols Klassenzimmer auf die Luftqualität hin überprüft. - Foto: Labor für physikalische Chemie
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Techniker haben Südtirols Klassenzimmer auf die Luftqualität hin überprüft. - Foto: Labor für physikalische Chemie

Weil die Luftqualität in Südtirols Klassenzimmern oft zu wünschen übrig lässt, hat sich die Landesumweltagentur mit den Schulämtern dieses Themas angenommen. Im Rahmen des Projekts "Dicke Luft im Klassenzimmer" maßen Techniker des Labors für physikalische Chemie von Herbst 2015 bis Frühjahr 2016 in 150 Schulräumen den CO2-Gehalt in der Luft.

Groß angelegtes Projekt

"Wir verbringen rund 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Über die Qualität der Luft, die wir dabei einatmen, wissen wir aber sehr wenig. Mit dem Projekt ‚Dicke Luft im Klassenzimmer’ sollten daher Lehrpersonal und Schüler über die Wichtigkeit einer guten Raumluft aufgeklärt werden", erklärt Luca Verdi, Direktor des Labors für physikalische Chemie. Rund 3.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Schulführungskräfte waren Teil des Projekts.

Luft ist zu schlecht

"Die Auswertung der gesammelten Messdaten hat ergeben, dass in zwei Dritteln der Klassenräume der CO2-Gehalt zu hoch und somit laut Weltgesundheitsorganisation WHO die Luftqualität gering ist", berichtet Luca Verdi.

Die Luft in Klassenräumen setzt sich aus einer Mischung von Substanzen zusammen, die einerseits von der Außenluft, andererseits vom Klassenraum selbst und den Lehrern und Schülern darin stammen. Durch die Anwesenheit von Personen steigt über die Atmung der CO2-Gehalt, aber auch jener von Bakterien und Viren, schreibt die Landespresseagentur in einer Aussendung.

Gutes Lüften will gelernt sein

Durch Messungen in Echtzeit vor Ort konnten die Techniker des Labors für physikalische Chemie den Schülern und Lehrern die Auswirkungen unterschiedlicher Lüftungsmethoden vor Augen führen und sie auch auf eventuelle Fehler beim Lüften aufmerksam machen. 

Das Fazit: Schon kleine Maßnahmen können zu einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität in Klassenräumen führen. Wird ein kompletter Luftaustausch zu Unterrichtsbeginn und zu Unterrichtsende durchgeführt und jede Stunde, noch besser jede halbe Stunde, mindestens ein paar Minuten lang gelüftet, wirkt sich das bereits sehr positiv aus.

lpa/stol

stol