Yazdi befasst sich mit Abhängigkeiten vom Alkohol über Crystal Meth bis hin zur Internetsucht.Eines vorweg: Die gefährlichste Droge sei nach wie vor die Zigarette, betonte er im Gespräch mit der APA, denn: „Kaum jemand raucht nur ein Mal“ und der blaue Dunst fordere pro Jahr 15.000 Tote. Cannabis, das laut österreichischem Drogenbericht 2015 bereits etwa jeder Dritte zumindest einmal probiert hat, sei aber problematischer als landläufig gedacht. Hauptproblem: Die Droge wird immer stärker.THC-Gehalt extrem gestiegenWährend Jimi Hendrix und Janis Joplin noch Gras mit ein bis zwei Prozent THC (Tetrahydrocannabinol) rauchten, ist mittlerweile ein Gehalt von 15 bis 20 Prozent normal. „In Amerika gibt es sogar Züchtungen mit 38 Prozent“, rechnet Yazdi vor.Wie er in seinem Buch darlegt, stehen im Hintergrund oft Firmen. Seit Cannabis in mehreren US-Bundesstaaten legalisiert wurde, habe sich ein regelrechter „Green Rush“ entwickelt, das Geschäft blüht, die Kassen klingeln, die THC-Gehalte steigen.Als „harmlos“ stuft Yazdi nur die Hanfpflanze im Blumentopf am Balkon ein – der Hobbygärtner erreiche meist keine so hohen Konzentrationen und keine große Ernte.Nebenwirkungen von Cannabis können einerseits Psychosen, manchmal bis zur Schizophrenie, sein, aber auch die „Cannabis-Demenz“: Laut einer neuseeländischen Langzeitstudie fiel der IQ jener Probanden, die bereits als Jugendliche mit regelmäßigem Konsum begannen, deutlich.Spätstarter oder Gelegenheitskonsumenten schnitten besser ab. Zudem inhaliere man beim Rauchen die selben Schadstoffe wie bei Zigaretten, „sogar noch schlimmer“, erklärt Yazdi.Cannabis legalisieren?Die Freigabe von Cannabis berge Risiken, warnt der Autor: So würden Firmen die Droge professionell hochzüchten, Werbung und leichtere Verfügbarkeit können zu mehr Konsum führen. Ob man es legalisiere oder nicht, sei aber letztlich eine politische Entscheidung.Als Suchtmediziner sei er allerdings „absolut“ für eine Entkriminalisierung des Users, betont Yazdi. Mehr Aufmerksamkeit hätte seiner Ansicht nach das Thema Cannabis am Steuer verdient: Die Droge sei nämlich tückischer als Alkohol, weil sie viel länger im Körper bleibe, auch wenn man die Wirkung gar nicht mehr spüre.apa