Samstag, 09. März 2019

Die Keime daheim

Im Spülschwamm, in der Matratze, zwischen den Teppichfasern und auch in unserem Darm: Bakterien, Viren und Pilze fühlen sich in und um uns pudelwohl. Der Mikrobiologe und Hygieniker Prof. Dirk Bockmühl kennt sich aus in der Welt der Mikroben und weiß, welche gut und welche schlecht für uns sind. Nächste Woche stellt er sein Buch „Keim daheim“ in Südtirol vor.

Bakterien, Viren und Pilze fühlen sich in und um uns pudelwohl.
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Bakterien, Viren und Pilze fühlen sich in und um uns pudelwohl. - Foto: © shutterstock

„Dolomiten“: Herr Professor Bockmühl, Bakterien, Viren und Pilze – das klingt ziemlich ungesund. Sind die kleinsten Lebewesen in, auf und um uns in der Tat gefährlich?

Prof. Dr. Dirk Bockmühl: Generell kann man sogar sagen, dass das Gegenteil zutrifft. Die Bakterien, die auf unserer Haut leben, schützen uns vor Umwelteinflüssen und Krankheitserregern, und ohne unsere Darmbakterien könnten wir unser Essen nicht richtig verdauen. Außerdem: Ohne Mikroorganismen gäbe es kein Brot, keinen Wein und keinen Joghurt.

Allerdings gibt es natürlich einige, die uns krank machen können, aber auch gegen die schützt uns unser Immunsystem in den meisten Fällen.

„D“: Sie schreiben in Ihrem Buch von den kleinen Untermietern in unseren 4 Wänden. Welches sind die gefährlichsten Keime, die man zu Hause haben kann?

Bockmühl: Welches die gefährlichsten Keime zu Hause sind, ist schwer zu sagen und hängt von vielen Faktoren ab. Das größte Risiko besteht vermutlich darin, dass wir immer mehr antibiotikaresistente Bakterien finden, im Krankenhaus, aber auch im Haushalt. Für gesunde Menschen ist es zwar unwahrscheinlich, sich mit solchen Keimen zu infizieren, aber falls dies doch passiert – etwa bei pflegebedürftigen Personen –, würde man so eine Infektion nur schwer in den Griff bekommen können.

In den meisten Fällen beschränken sich die Folgen von unerwünschten Keimkontakten im eigenen Heim glücklicherweise aber auf mehr lästige als gefährliche Probleme, zum Beispiel Magen-Darm-Infektionen oder Fußpilz.

Interview: Brigitta Willeit 

Das vollständige Interview und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol