Freitag, 08. Mai 2015

Drama im Bach: Tausende Fische verendet

„Wenn wir eine Stunde lang keine Luft bekommen, haben wir auch keine Überlebenschance.“ Der Präsident des Fischereiverbandes schlägt Alarm: Mehrere Tausend Fische sind im Frühjahr verendet. Schuld daran ist der Mensch.

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„Wir haben nichts gegen Bauern und Energieerzeuger“, stellt Meinhard Mayr vom Landesfischereiverband gleich zu Beginn des Gespräches mit STOL klar. „Aber alles muss in einem gewissen Verhältnis stehen.“

Was war passiert? Der Fischereiverband und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz haben im heurigen Frühling Tausende tote Fische zu beklagen. Der Grund: Im April, vor der Schneeschmelze, fließt gemeinhin weniger Wasser in Südtirols Gewässern. Wenn Energieerzeuger und Bauern dann Wasser für die Stromproduktion und die Frostschutzberegnung ableiten, wird die Mindestrestwassermenge laut Mayr oftmals nicht eingehalten. Das Ergebnis im Extremfall: Der Bach liegt zeitweise trocken, das Leben darin stirbt.

So geschehen heuer in Südtirol. „Besonders die westliche Landeshälfte ist betroffen, weil dort die Frostsituation wohl extremer war“, sagt Präsident Mayr. Näher ins Detail möchte er nicht gehen.

 

 

Schaden erst in vier Jahren behoben

Eine Totalableitung ist laut geltenden Regelungen – sowohl auf EU- als auch auf Landesebene – eigentlich nicht möglich.  Denn: „Bei einer Totalableitung ist das ganze Leben im Wasser in kürzester Zeit tot“, bedauert Mayr. „Um zum ursprünglichen Zustand zurückzukehren, braucht es circa vier Jahre.“

Natürlich seien in der Vergangenheit Fehler gemacht worden, meint er. Zu viele Konzessionen für zu kleine Bäche seien vergeben worden. Und ja, wird die Restwassermenge nicht eingehalten, „gibt es natürlich Strafen, auch saftige. Aber mit Geld allein ist nicht alles aus der Welt geschafft.“

Mayr fordert Lösungen für Notfälle – am besten nachhaltige. „Das Amt für Wasserschutz und das Amt für Jagd und Fischerei stehen voll auf unserer Seite. Bloß braucht es eben auch den politischen Willen.“

stol

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