Donnerstag, 27. Juni 2019

Drogenrazzia in Bozen: 7 Personen festgenommen

Im Zuge einer großangelegten Razzia haben die Carabinieri in Bozen 7 Personen aus Nigeria und Gambia festgenommen. 2 Personen, gegen die ein internationaler Haftbefehl vorliegt, konnten bislang nicht festgesetzt werden.

Foto: DLife
Badge Local
Foto: DLife

Großrazzia am Donnerstag: Von den frühen Morgenstunden bis in den Nachmittag haben die Carabinieri von Bozen, unterstützt durch die Hundestaffel von Leifers und jener der Finanzwache, Beamte des 7. Regiments Leifers sowie durch Hubschrauber, Kontrollen sowohl am Bahnhofsareal als auch in anderen Stadtteilen durchgeführt.

Besonderes Augenmerk galt dabei einer Gruppe von Nigerianern, die einen blühenden Drogenhandel ins Rollen gebracht hatten und deshalb schon seit einiger Zeit unter Beobachtung standen.

Auch Schläger unter Verhafteten

Im Rahmen der Razzia klickten für 7 Personen, 6 aus Nigeria, ein Mann aus Gambia, die Handschellen. Unter den Verhafteten befand sich auch jener Nigerianer, der vor einigen Tagen Beamte der Carabinieri mit einem Stock angegriffen hatte (STOL hat berichtet).

Von 2 weiteren Personen, die mittels internationalem Haftbefehl gesucht werden und sich ohne festen Wohnsitz im Land aufhalten, fehlte am Donnerstag noch jede Spur. Dafür kassierten 2 weitere Personen ein Aufenthaltsverbot in der Stadtgemeinde Bozen.

Einer der Verhafteten wurde in Meran festgesetzt, wo er bei Landsleuten untergekommen war, die anderen hingegen wurden sowohl am Bahnhofsareal als auch auf den Talferwiesen gestellt.

Start der Ermittlungen im März

Die Ermittlungen waren bereits im März gestartet, nachdem man die heute Verhafteten mit Drogengeschäften in der Landeshauptstadt in Verbindung setzen konnte. Tatsächlich mussten die Carabinieri in diesen Monaten immer wieder ausrücken, um Streitigkeiten, die manchmal auch in Schlägereien ausarteten, zu schlichten. Nicht selten wurden dabei auch die Ordnungshüter selbst mit in den Streit hineingezogen.

Auch wurde immer wieder wegen einzelner Drogendeals interveniert. 12 Personen kassierten daraufhin eine Anzeige wegen Drogenhandel, 2 wegen der Missachtung der Einwanderungsgesetze und 2 wegen Widerstand gegen Amtsträger. 30 Personen - allesamt in Südtirol wohnhaft - wurden hingegen als Drogenkonsumenten gemeldet.

Insgesamt beschlagnahmten die Carabinieri im Zuge der Ermittlungen 1500 Euro Bargeld, das aus dem Drogenhandel stammte, sowie 400 Portionen unterschiedlichster Drogen, von Heroin über Kokain zu Haschisch und Marihuana.

Drogendealer wickelten Geschäfte am helllichten Tag ab

Die Observierungen, bei denen auch Fotos und Videos gemacht wurden, bezogen sich dabei nicht nur auf die Verkäufer, sondern auch auf die Käufer, von denen gar einige auch älteren Generationen angehörten.

Bei den Ermittlungen wurde auch klar, dass sich die Drogenhändler - trotz regelmäßiger Polizeikontrollen - äußerst geschickt anstellten: Sie ließen sich durch Passanten und Touristen nicht von ihren Geschäften abhalten und verkauften ihre Waren so geschickt, dass sie auch am helllichten nicht dabei erwischt wurden. Manchmal wurden sogar Schlägereien angezettelt, um den Drogenkontrollen durch die Ordnungshüter zu entgehen.

Natürlich wussten sie zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie unter permanenter Beobachtung standen und auch noch so geschickte Verkaufsstrategien nicht unbemerkt blieben.

stol/liz

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

stol