Donnerstag, 12. März 2015

Ein Lawinenabgang, der keiner war: Großeinsatz sorgt für Stunk

Von drei Verschütteten war die Rede: Ein Notruf in der Leitstelle Tirol hatte am Donnerstag einen Großeinsatz der Rettungskräfte zur Folge. Tatsächlich sorgte die nicht angemeldete Lawinenübung für Ärger bei den Alpenvereinsmitgliedern.

Die Retter waren wegen eines Lawinenabganges im Gebiet des 3.496 Meter hohen Schrankogel ausgerückt.
Die Retter waren wegen eines Lawinenabganges im Gebiet des 3.496 Meter hohen Schrankogel ausgerückt. - Foto: © APA

Laut Leitstelle Tirol war am Donnerstag ein Notruf abgesetzt worden. Die Folge waren drei Hubschrauber, die sich auf den Weg machten, sowie Bergretter und Suchhunde.

„Das volle Programm“ in Gang gesetzt

Im Gebiet des 3.496 Meter hohen Schrankogels seien mehrere Wintersportler verschüttet, einer bereits ausgegraben. 

„Wir haben dem Anrufer dann telefonisch sogar erklärt, wie der Bewusstlose zu behandeln ist“, sagte Narrer. Niemand habe ahnen können, dass es sich um eine Puppe gehandelt habe.

Bei einer derartigen Alarmierung werde „das volle Programm“ in Gang gesetzt.

Die Übung sei zwar der Polizei angezeigt worden, bei der Leitstelle sei allerdings ein „ganz normaler Notruf“ eingelangt, berichtete Schichtleiter Alexander Narrer der APA.

Wenig Verständnis - auch von Südtiroler Seite

Wenig Verständnis für die nicht angemeldete Übung zeigte auch der Ortsstellenleiter der Ötzer Bergrettung, Florian Falkner: „Wir sind alle berufstätig und Freiwillige“, betonte er gegenüber der APA.

Seine Leute hätten sich nach der Alarmierung alle zum Einsatzort aufgemacht. Sogar ein Hundeführer aus Innsbruck sei eingeflogen worden. Vor Ort habe sich dann herausgestellt, dass es eine Übung sei.

Im Einsatz standen am Schrankogel in den nördlichen Stubaier Alpen der Hubschrauber des Innenministeriums, zwei Notarzthubschrauber, zwei Hundeführer, sowie Bergretter zweier Ortsstellen. 

Südtirols Bergrettungschef Toni Preindl kann die Verstimmung der Retter verstehen. Es sagt im STOL-Interview: "So was kann man nicht machen."

Instruktorenkurs als Ausgangspunkt

Bislang unbestätigten Informationen zufolge soll die Übung von der Bundesportakademie ausgegangen sein, die einen Instruktorenkurs abhielt.

apa/ker

stol