Donnerstag, 08. Januar 2015

Einbruchserie: Auch Polizist blieb nicht verschont

Seit Ende Dezember sitzen zwei Männer im Bozner Gefängnis ein. Sie sollen für mehrere Einbrüche im Raum Padua verantwortlich sein. Doch damit nicht genug: Auch in Südtiroler Wohnungen sollen die beiden eingestiegen sein. Selbst ein Polizist blieb nicht verschont.

Fahndungsleiter Giuseppe Tricarico verkündete am Donnerstag den Ermittlungserfolg. - Foto: DLife
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Fahndungsleiter Giuseppe Tricarico verkündete am Donnerstag den Ermittlungserfolg. - Foto: DLife

Am Donnerstagvormittag lud die Polizei zur Pressekonferenz in die Bozner Quästur. Die Sicherheitsbeamten hatten einen Erfolg zu vermelden: Ihre Ermittlungen hätten nämlich ergeben, dass Edison Lica und Blerim Lleshi nicht nur in der Umgebung von Padua, sondern auch in Südtirol ihr Unwesen getrieben haben.

Einbruch bei Polizisten daheim

Zum einen wäre da ein Einbruch am 14. November in Leifers: Unbekannte stiegen in die Wohnung eines Polizisten ein und entwendeten sowohl Tresor als auch Dienstwaffe.

Die Bilder der Überwachungskameras der Gemeinde und des Leiferer Tunnels führten die Ermittler schnell auf die Spur der altbekannten Männer: Auf den Aufnahmen habe man nämlich einen blauen Fiat Punto erkennen können, berichtete die Polizei auf der Pressekonferenz. Dieser war am selben Tag in Verona gestoppt worden – mit Lica und Lleshi (21 und 25 Jahre alt) sowie einem weiteren 24-Jährigen an Bord.

Das Auto wurde schließlich in Meran ausfindig gemacht – in unmittelbarer Nähe zur Unterkunft der Verdächtigen.

Einbrüche im Tagesrhythmus

Daraufhin begann die Polizei mit der Überwachung der Telefone. So habe man herausfinden können, dass die beiden amtsbekannten Männer für mindestens zwei weitere Einbrüche verantwortlich sind: Jener am 19. November in Steinmannwald soll auf das Konto der beiden gehen, genauso ein weiterer vom 20. November in Schlanders.

Und: „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Männern weitere Einbrüche im Meraner Raum nachweisen können“, betonte die Polizei.

Dienstwaffe bleibt verschollen

Gegen Lica und den Lleshi wurden weitere Haftbefehle ausgestellt. Der 24-Jährige, der lediglich bei dem Einbruch in Leifers dabei gewesen sein soll, kassierte eine Anzeige.

Die gestohlene Dienstwaffe des Leiferer Polizisten konnte indessen nicht ausfindig gemacht werden. Da die Männer noch am Tag des Einbruchs nach Mailand aufgebrochen waren, wird sie derzeit im Mailänder Raum vermutet.

Die Akte Edison Lica

Edison Lica ist kein unbeschriebenes Blatt: Im Juli wurden nach Ermittlungen zu einer großangelegten Diebstahlserie über Lica im verkürzten Verfahren drei Jahre Haft verhängt. Der 20-Jährige war seit Februar 2012 insgesamt viermal verhaftet worden. Die Vorwürfe reichten von Diebstahl über Einbrüche bis zu versuchtem Raub.

Da er unbescholten war, kam er zweimal frei, beim zweiten Mal mit Unterschriftspflicht. Nach der letzten Festnahme im Dezember 2013 saß er bis Ende Jänner in U-Haft, dann segnete Richterin Silvia Monaco für ihn einen Vergleich über zwei Jahre und vier Monate Haft ab. Da es seine erste Haftstrafe war, kam er wieder frei.

Mitte März wurde er erneut verhaftet – unter dem Verdacht des versuchten Raubes. Dieses Verfahren läuft noch.

stol

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