Sonntag, 22. November 2015

Eine Woche danach keimt das Pariser Leben wieder auf

Vor dem Cafe „Le Carillon“ greift ein junger Mann zu einem Kreidestück und schreibt: „Wir vergessen Euch nicht.“ Eine Woche nach den Anschlägen von Paris, bei denen 130 Menschen getötet wurden, sind die Erinnerungen noch hellwach.

Foto: © APA/EPA

Und doch ist auch zu spüren, wie sich alle bemühen, dass das Leben wieder aufkeimen möge. Der junge Mann mit der Kreide, Bastien Riccio, trägt Joggingkleidung und Mütze. Neben die Botschaft vom Nicht-Vergessen zeichnet er zwei kleine Stielgläser und fügt den Trinkspruch „Tchin“ hinzu.

„Hinter all' den politischen Reden könnte in Vergessenheit geraten, dass hier Menschen gestorben sind“, sagt ein 20-Jähriger, der gleich erläutert, dass er sich direkt nach den Anschlägen bei der französischen Armee als Reservist gemeldet hat. „Wenn wir in den Krieg ziehen, dann für sie“, sagt er.

Zwei der Toten aus der Konzerthalle Bataclan kannte er persönlich. Angesichts der vielen Gäste, die nun wieder das „Carillon“ besuchen, ist er hochzufrieden. „Ich habe darauf gehofft, dass die Leute durchhalten. Gut, dass sie ausgehen!“

afp

stol