Sonntag, 28. August 2016

Erdbeben in Italien: Zerstörte Gebäude werden abgerissen

In Amatrice, dem Epizentrum des schweren Erdbebens in Mittelitalien, haben Feuerwehrmannschaften am Sonntag begonnen, die zerstörten Gebäude abzureißen.

Das Zentrum von Amatrice soll vollkommen abgerissen und neu aufgebaut werden.
Das Zentrum von Amatrice soll vollkommen abgerissen und neu aufgebaut werden. - Foto: © APA/AFP

Jedes zweite Haus sei schwer beschädigt worden, berichteten die Behörden. Befürchtet wird auch, dass der Rathausturm von Amatrice sowie die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche des Heiligen Augustinus einstürzen könnten.

Der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, forderte, dass der Stadtkern komplett abgerissen und neu aufgebaut werde, wie es bereits bei den vom Erdbeben 1976 in Friaul beschädigten Gemeinden der Fall gewesen war. Pirozzi äußerte die Hoffnung, dass die Bevölkerung die zerstörte Ortschaft nicht verlassen werde.

Beim Erdbeben in der Nacht auf Mittwoch kamen laut den bisherigen Zahlen 291 Personen ums Leben. 238 Menschen konnten lebend aus den Trümmern geborgen werden. Allein in Amatrice wurden 224 Todesopfer gemeldet, 14 müssen noch identifiziert werden. Zehn Personen werden vermisst. 6.120 Mitglieder von Rettungsmannschaften sind im Erdbebengebiet im Einsatz. 2.500 Obdachlose werden betreut. Seit dem schweren Erdbeben in der Nacht auf Mittwoch wurden über 1.800 Nachbeben gemeldet.

Der Bischof der mittelitalienischen Stadt Ascoli Piceno, Giovanni D'Ercole, feiert die Sonntagsmesse im Zeltlager der Erdbeben-Gemeinde Pescara del Tronto. Er rief die Obdachlosen auf, den Mut in einen Neubeginn nicht zu verlieren. Der Bischof hatte am Samstag das Begräbnis für 35 Todesopfer in der Region Marken zelebriert.

Das Erdbeben in Mittelitalien hat eine Welle der Solidarität aus. Mehr als sechs Millionen Euro wurden in Italien bereits als Spenden per SMS gesammelt. Die Einnahmen, die auf den Verkauf von Eintrittskarten italienischer Museen am Sonntag zurückzuführen sind, werden für den Wiederaufbau im Erdbebenraum gespendet. Auch Queen Elizabeth habe für die Erdbebenopfer gespendet. Beim Erdbeben in Amatrice kamen drei Briten ums Leben. Auch Stars mit italienischen Wurzeln wie Madonna und Bruce Springsteen riefen zu Spenden auf.

apa

stol