Donnerstag, 21. September 2017

Erdbeben in Mexiko – 230 Tote

Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ist die Zahl der Todesopfer auf 230 gestiegen. Verzweifelt suchen die Retter in den Trümmerbergen weiter nach Überlebenden. Wie der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, mitteilte, starben allein 100 Menschen in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt.

Die Zahl der Toten ist weiter angestiegen.
Die Zahl der Toten ist weiter angestiegen. - Foto: © APA/AFP

Hier stürzten knapp 50, teils sehr hohe Gebäude ein und begruben Menschen unter sich. In der Hauptstadt beteiligen sich tausende Freiwillige am Abtragen der Schuttberge und versorgen Obdachlosgewordene mit Wasser und Essen.

Überall in den betroffenen Städten und Gemeinden, auch außerhalb der Metropolregion, bildeten sich Menschenketten, um die Schuttteile weiterzureichen und so die Trümmer wegzuschaffen. Mit erhobenen Händen wurde um Stille gebeten, um mögliche Klopfgeräusche zu hören.

Volksschule „Enrique Rebsamen“ wird zu Symbolort

Dramatisch waren die Rettungsbemühungen in den Trümmern einer eingestürzten Schule in Mexiko-Stadt. Hier wurden 21 Kinder und vier Erwachsene getötet, die Volksschule „Enrique Rebsamen“ wurde zum Symbol für den Kampf um die verschütteten Menschen, auch über 30 Stunden nach dem Beben wurde fieberhaft gearbeitet, um unter anderem ein dort vermutetes 12-jähriges Mädchen noch lebend zu bergen.

Nach Angaben von Rettungskräften können Menschen bis zu drei Tage nach so einer Katastrophe lebend geborgen werden. „Das ist abhängig von der Witterung und von der Trümmerstruktur, von den Hohlräumen, in denen sich die noch Lebenden befinden“, sagte Daniela Lesmann, Leiterin der Rettungsorganisation I.S.A.R., der Deutschen Presse-Agentur. „Ohne zu essen kann man einige Tage überleben. Ohne Wasser wird es nach 72 Stunden, je nach Witterung, sehr schwierig.“

Immer wieder starke Erdbeben

Aus zahlreichen Ländern wurden Helfer geschickt. Mexiko ist eines der erdbebengefährdetsten Länder der Welt. Viele der nun in der Hauptstadt beschädigten oder eingestürzten Gebäude wurden vor dem Erdbeben 1985 gebaut und entsprachen nicht den später eingeführten strengeren Baunormen.

Mexiko liegt am Pazifischen Feuerring, eine Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt immer wieder zu starken tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen.

apa/dpa

stol