Dienstag, 08. November 2016

Erdbeben in Mittelitalien: Zahlreiche Kunstschätze in Gefahr

Nach der Erdbebenserie der vergangenen Tage hat in Italien ein Rennen gegen die Zeit um den Erhalt beschädigter Kunstwerke begonnen.

Unter anderem die Basilika des Heiligen Benedikt in Norcia muss so bald als möglich wieder aufgebaut werden.
Unter anderem die Basilika des Heiligen Benedikt in Norcia muss so bald als möglich wieder aufgebaut werden. - Foto: © APA/AFP

Das Kulturministerium hat eine Liste von 81 Kirchen, Museen und Kunstschätzen erstellt, denen bei der Rettung absolute Priorität eingeräumt werden soll. Laut dem Ministerium wurden bei den Erdstößen insgesamt 5.000 Kunstschätze schwer beschädigt.

Kirchen, Türme, Mosaike und Gemälde: Die Liste der gefährdeten Kunstwerke in den Erdbebenregionen Marken und Umbrien ist lang. Höchste Priorität will die italienische Regierung dem Wiederaufbau der Basilika des Heiligen Benedikts in der Kleinstadt Norcia, sowie der Kirche des Heiligen Franziskus in der Gemeinde Amatrice einräumen. Letztere war bereits am 24. August bei einem schweren Erdbeben mit 298 Toten zerstört wurde. Gerettet wurde ein Tiepolo-Gemälde, das sich in einer zerstörten Kirche in der Stadt Camerino befand.

Experten des Kulturministeriums sind im Einsatz, um die Kunstschätze vor den schweren Niederschlägen zu retten, die die Region in den vergangenen Tagen heimgesucht haben. Aus Sorge vor Plünderungen wurden wertvolle Gemälde aus dem Erdbebengebiet gebracht.

Ein wertvolles Gemäldes aus dem 17. Jahrhundert ist am Wochenende in Norcia aus der Kirche Nottoria verschwunden. Das Gotteshaus war durch die Erdstöße in der vergangenen Woche schwer beschädigt worden. Bei dem Gemälde handelt es sich um „Die Vergebung von Assisi“, das der französische Maler Jean Lhomme geschaffen hatte. Die italienische Regierung hatte bereits die Entsendung von Soldaten und Polizisten angekündigt, um Plünderungen zu verhindern.

30.200 Personen, die wegen des Erdbebens ihr Heim verloren haben, werden zurzeit vom italienischen Zivilschutz betreut. Die Lage für die Obdachlosen erschwerte sich durch starke Unwetter in der Erdbebenregion.

apa

stol