Mittwoch, 24. Oktober 2018

Etsch bei Göflan: 150.000 Euro für Revitalisierung

„Herstellung der Fischpassierbarkeit der Etsch bei Göflan“ lautet der offizielle Titel des Fließgewässer-Projekts: Inhaltlich geht es um die Umgestaltung der letzten Sperrenketten in der Oberen Etsch, um diese fischpassierbar zu machen. Derzeit ist die Durchgängigkeit für Fische in der verbauten Restwasserstrecke bei Göflan nämlich durch 25 Querbauwerke unterbrochen, wovon nur fünf gut fischpassierbar sind.

Mit Umweltgeldern wurde vor zwei Jahren bereits die Fischpassierbarkeit in der Etsch bei Latsch verbessert. - Foto: LPA/Agentur für Bevölkerungsschutz
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Mit Umweltgeldern wurde vor zwei Jahren bereits die Fischpassierbarkeit in der Etsch bei Latsch verbessert. - Foto: LPA/Agentur für Bevölkerungsschutz

Die Landesregierung hat am Dienstag beschlossen, 150.000 Euro für das Revitalisierungsprojekt zu genehmigen und diesen Betrag der Agentur für Bevölkerungsschutz zuzuweisen, die die Arbeiten in Eigenregie durchführen wird.

Die Gelder stammen aus dem Topf der Wasserzinse und -gebühren, die das Land von den Konzessionären für die Nutzung öffentlicher Gewässer einhebt. Seit 2018 können diese erstmals auch für die Untersuchung und Wiederherstellung der Gewässer und für die Förderung einer nachhaltigen Gewässernutzung verwendet werden. Laut Landesamt für Gewässernutzung belaufen sich die Erträge aus Wasserzinsen und -gebühren für das laufende Jahr insgesamt auf rund 880.000 Euro. 

Die Arbeiten an der Etsch bei Göflan sollen 2019 bis 2020 durchgeführt werden. Vorgesehen ist, den gesamten, 3,2 Kilometer langen Abschnitt für alle standorttypischen Fischarten passierbar zu machen und gleichzeitig gewässerökologisch aufzuwerten. Dazu dienen pendelnde Rampen mit Niederwasserprofilen, die aus Zyklopensteinen verlegt werden, sowie Gewässerstrukturierungen und kleine Flussaufweitungen.

Insgesamt werden die Kosten für dieses Vorhaben auf 250.000 Euro geschätzt. Die Finanzierung des ersten Bauloses im Umfang von 100.000 Euro erfolgte bereits über den Fischereifonds. Mit dem gestrigen Beschluss hat die Landesregierung nun die Geldmittel für das 2. Baulos zur Verfügung gestellt.

Nach Abschluss dieses Revitalisierungsprojekts bei Gölfan wird die Fischpassierbarkeit in der Etsch, dem größten Tallagen-Fluss Südtirols, oberhalb der Töll weitgehend wiederhergestellt sein. Bei Laas waren die Revitalisierungsarbeiten 2017 durchgeführt worden. Unterhalb von Schlanders ist die Etsch bis zur Töll bereits jetzt durchgängig fischpassierbar.

lpa

stol