Dienstag, 16. April 2019

EU-Parlament beschließt Sicherheitstechnologie in Neuwagen

Das EU-Parlament hat beschlossen, neue Technologien für die Sicherheit von neuen Fahrzeugen vorzuschreiben. Die Verordnung wurde am Dienstag von den Abgeordneten in Straßburg angenommen. Intelligente Systeme zur Spurhaltung, Notbremsung oder Geschwindigkeitskontrolle sind ab Mai 2022 für neue und zwei Jahre später für bestehende Modelle verpflichtend. Auch Abbiegeassistenten für Lkw kommen.

Neue Regelung soll 2022 für Neuwagen gelten. -  Foto: APA
Neue Regelung soll 2022 für Neuwagen gelten. - Foto: APA

Systeme zur Verringerung toter Winkel bei Lkw und Bussen, sogenannte Abbiegeassistenten, werden damit ebenfalls vorgeschrieben. Obwohl die Technik bereits seit Jahren existiert und seit 2012 über eine Pflicht diskutiert wird, ist die Verbreitung der Systeme eher gering. Der EU-Kommission zufolge zielen die neuen Vorschriften auch darauf ab, die Akzeptanz für neue Technologien und schließlich für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge zu fördern. Die mit großer Mehrheit im EU-Parlament angenommene Verordnung muss nun noch vom Rat der Mitgliedstaaten formell angenommen werden.

Spätestens 2022 werden nun neu typisierte Lkws mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet werden, ab 2024 müsse das jeder neue Lkw sein.

Der Verkehrsclub ÖAMTC äußerte sich prinzipiell positiv. Beim Lkw-Abbiegeassistenten sei allerdings weiterhin eine Einführung zum frühestmöglichen Zeitpunkt notwendig. Beim „Intelligenten Geschwindigkeitsassistenten” gehe es um ein System, das den Fahrer bei der Einhaltung der durch Verkehrszeichen vorgegebenen Geschwindigkeit unterstützen soll. Hier werde auch die Abschaltbarkeit vorgesehen, weil eine fehlerfreie Funktion der Verkehrszeichenerkennung noch nicht gewährleistet sei.

Im Jahr 2018 kamen der EU-Kommission zufolge rund 25.100 Menschen auf Europas Straßen ums Leben. Die Brüsseler Behörde hatte den Vorschlag für Hightech-Fahrhilfen im vergangenen Jahr vorgelegt. Aus ihrer Sicht könnten nun bis zum Jahr 2038 rund 25.000 Verkehrstote und 140.000 schwere Verletzungen vermieden werden. Die Behörde führt 90 Prozent aller Unfälle auf menschliches Versagen zurück. Mit den Gesetzesänderungen soll nun auch der Weg in eine fahrerlose Zukunft geebnet werden.

apa/dpa/ag

stol