Donnerstag, 16. November 2017

Fall Anthony: Sanitätsbetrieb kritisiert Journalistin

Es gehört zu den zentralen Grundsätzen journalistischer Arbeit: Die Rechte von Minderjährigen sind in besonderer Weise zu schützen. Am Mittwoch missachtete eine Journalistin diese Regel und handelte sich damit Kritik durch den Sanitätsbetrieb ein.

Die Journalistin versuchte am Mittwoch im Krankenhaus Brixen Aufnahmen von Anthony zu machen.
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Die Journalistin versuchte am Mittwoch im Krankenhaus Brixen Aufnahmen von Anthony zu machen. - Foto: © shutterstock

Die aus einer anderen Region angereiste Journalistin wollte am Mittwoch im Krankenhaus Aufnahmen des in Südtirol aufgefunden Flüchtlingsjungen Anthony machen. Dafür verschaffte sie sich unerlaubterweise Zugang zur Pädiatrie, wie der Sanitätsbetrieb am Donnerstag in einer Aussendung festhält.

Die Berufsethik der Journalisten sieht aber vor, dass die Anonymität von Kindern gewahrt werden muss – in der „Carta di Treviso“, die Fragen dieser Art regelt, ist dies explizit festgehalten.

Der ärztliche Direktor des Krankenhauses informierte die Generaldirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes über den Vorfall am Mittwoch. Generaldirektor Thomas Schael kritisiert das Verhalten der Journalistin scharf. Der Sanitätsbetrieb überprüft, in Absprache mit dem Land Südtirol, ob rechtliche Schritte gegenüber der Journalistin vorzunehmen sind. 

stol

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