Samstag, 27. Februar 2016

Fern der Heimat, aber ihr doch nah: 60 Jahre Südtiroler Heimatferne

Vor 60 Jahren wurde die Arbeitsstelle für Südtiroler Heimatferne gegründet. Dies war Anlass Rückschau zu halten.

Beim Jubiläum: Gäste aus den Südtirolvereinen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.
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Beim Jubiläum: Gäste aus den Südtirolvereinen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.

Die Arbeitsstelle Südtiroler in der Welt ist ein wichtiger Bezugspunkt und Anlaufstelle für die Anliegen der zahlreichen Südtiroler, die im Ausland leben. Zahlreiche Vereinsvertreter und Ehrengäste feierten am Samstag in Meran das 60-jährige Bestehen der Arbeitsstelle. 

Landesrätin Martha Stocker – zuständig für die Belange der Heimatfernen in der Landesregierung – erinnerte daran, dass die Arbeitsstelle der Heimatfernen zu einer Zeit gegründet wurde, als vieles in Südtirol im Aufbruch und Umbruch war. Viele verließen damals mit schwerem Herzen die Heimat mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. So würde es nun den vielen Menschen ergehen, die derzeit auch auf der Suche nach einer neuen Heimat, einem besseren Leben seien. Daher sollten wir dazu beitragen, dass dies gelingen kann – bei allem Wissen, dass dies keine leichte Aufgabe sei und wir uns manchmal überfordert fühlten.

Die neuen Heimatfernen nicht vergessen

In dieselbe Kerbe schlug auch P. Cyrill Greiter bei der heiligen Messe in der Kirche Maria Trost in Meran. Er ermahnte, "die neuen Heimatfernen nicht zu vergessen, die in unser Land kommen" und erinnerte daran, dass nicht nur die Landschaft und die vertrauten Menschen uns eine Heimat geben würden, sondern auch der Glaube an Gott geistige Heimat biete.

Die nächsten Generationen der Ausgewanderten

Die Feierlichkeiten wurden im Kulturzentrum KiMM in Meran fortgesetzt. Als Schwerpunkte für die Arbeit mit den Heimatfernen nannte der Vorsitzende der Arbeitsstelle Erich Achmüller die Information mittels der Zeitschrift „Heimat und Welt“, die Unterstützung der Vereine vor Ort und den Dialog mit der zweiten und dritten Generation der Ausgewanderten.
Er erinnerte daran, dass der Aufbau der Arbeitsstelle nur möglich war, da es neben den Auswanderern - also den direkt Betroffenen - auch Menschen gab, die sich um sie bekümmert haben, die die Verantwortung gespürt haben und denen das Schicksal der Migranten nicht gleichgültig war.

Der Vorsitzende der Arbeitsstelle Erich Achmüller konnte viele Ehrengäste begrüßen, darunter Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnerte angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise, dass eine Abschottung der Grenzen langfristig keine Lösung biete. Viel wichtiger sei es den Menschen in den Krisenländern Unterstützung zu geben. 
Das Wegfallen des Grenzbaums am Brenner sei ein Symbol der Einigung Europas gewesen. Darum trete Südtirol gemeinsam mit Nordtirol und dem Trentino als Europaregion auf um auf der Verwaltungs- und politischen Ebene zusammenzuarbeiten um die Auswirkungen der Grenzkontrollen auf Südtirol möglichst gering zu halten.

Zur Geschichte

In den 50er Jahren entstand in den kirchlichen Reihen das Bewusstsein um die Verantwortung gegenüber den Südtirolern im Ausland. Die Katholische Laienbewegung, das Seelsorgeamt, der KVW und der katholische Mädchenschutz haben 1956 eine Betreuungsstelle für die Südtiroler außerhalb ihres Heimatortes gegründet.

1961 wurde die „Stelle für Südtiroler Heimatferne“ dem KVW übertragen, wo sie auch heute noch als eigenständige Struktur angesiedelt ist. Bei der Arbeitsstelle sind Adressen von 13.000 Heimatfernen gesammelt, ihnen wird monatlich die Zeitschrift „Heimat und Welt“ zugesandt und sie erhalten Auskünfte und Informationen in Renten- und Steuerangelegenheiten sowie bei Fragen der Staatsbürgerschaft, zum Wahlrecht usw.

Die Vorsitzenden bis heute

Albuin Hofer: 1956 - 68
Josef Göller: 1968 - 73
Josef Reeden: 1973 - 78
Veit Wenter: 1978 - 91
Josef Platter: 1991 - 2003
Erich Achmüller: seit 2003

stol

stol