Samstag, 14. Januar 2017

Ferrara: Neue Details im Elternmord

Sowohl der 16-jährige Sohn als auch sein 17-jährige Komplize bleiben weiterhin in Haft im Jugendgefängnis, so das einstweilige Urteil des Jugendrichters in Bologna. Indes kamen neue Details zum grausamen Mord an den Eltern des 16-jährigen ans Licht.

Im Mordfall an den beiden Eltern eines 16-Jährigen wurden neue Details bekannt.
Im Mordfall an den beiden Eltern eines 16-Jährigen wurden neue Details bekannt. - Foto: © LaPresse

Wie berichtet, hatte der 16-jährige Sohn einen Freund beauftragt, seine Mutter und seinen Stiefvater zu ermorden. Dafür bot er finanzielle Entschädigung: 80 Euro sofort, 1000 Euro nach erledigtem Auftrag.

Der 17-jährige Komplize des Sohns begab sich also in der Nacht von Montag, 9. Jänner auf Dienstag, 10. Jänner ins Haus der Eltern nahe Ferrara und schlug mit einer Axt auf die Köpfe der vermutlich gerade schlafenden Eltern ein. Der Sohn indes war unterwegs, um sich ein Alibi zu beschaffen.

Täter konnte Leichen nicht alleine entsorgen

Nach der Bluttat schaffte es der Komplize laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa jedoch nicht, die Leichen wie geplant in einem Kanal zu entsorgen: Sie waren zu schwer für den 17-Jährigen, der darauf hin seinen Auftragsgeber verständigte.

Da bereits der Morgen graute, mussten sich die beiden etwas Neues einfallen lassen: Sie täuschten einen Einbruch vor, verwüsteten den Tatort und schafften die leblosen Körper der Eltern in andere Räume. Die Mutter wurde von den Polizeikräften in der Küche gefunden, der Stiefvater in der Garage.

Anschließend verständigte der 16-Jährige die Nachbarn. In einer ersten Aussage erklärte er, er habe in den vergangenen Tagen immer wieder verdächtige Fahrzeuge vorbeifahren sehen, außerdem fehle ein Schlüsselbund. Die Geschichte hatte jedoch nicht lange Bestand: Nur wenig später gestanden die beiden die Tat.

Die Beamten fanden neben der Tatwaffe auch die blutbeschmierten Kleidungsstücke der beiden Jugendlichen in einem Kanal nahe dem Wohnort des 17-Jährigen.

Anwalt: Tatmotiv nicht schlechte Schulnoten

Zunächst war berichtet worden, dem Mord sei ein Streit wegen schlechter Schulnoten des Sohnes vorangegangen. Dies stritt die Verteidigerin des 16-Jährigen ab. Die Bluttat habe „nichts mit einer schlechten Note zu tun, sondern weitaus komplexere Gründe“, so die Anwältin. Der Sohn habe demnach Pubertätsstörungen, die nicht angemessen behandelt worden wären. Schuld seien wohl mehrere daran, sowohl die Eltern als auch der Sohn, sowie die Gesellschaft, so die Verteidigerin.

stol/liz

stol