Montag, 13. April 2015

Finanzer decken 166 Fälle von Sozialschmarotzertum auf

Die Finanzpolizei hat die „falschen Armen“ im Visier: So wurden im vergangenen Jahr in der Region Trentino-Südtirol 166 Fälle von vorgetäuschter Armut aufgedeckt.

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Foto: © LaPresse

Die Finanzer haben auch vorgetäuschte Sozialfälle im Visier: So wurden 166 Fälle von angeblicher Armut aufgedeckt. Diese Bürger hatten zu Unrecht Vergünstigungen und Dienste im Gesamtwert von 240.000 Euro erhalten: Mensa-Vergünstigungen, Bücher-Gutscheine, Stipendien für Studenten, öffentliche Gelder für die Betreuung im Haus, das Gesundheitsticket, Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen, Begünstigungen beim öffentlichen Transport und bei der Strom- und Gas-Versorgung.

Ein besonderes Augenmerk haben die Finanzer im vergangenen Jahr auf Steuermuffel gelegt, die dem Fiskus völlig unbekannt sind. Immerhin 230 Bürger haben demnach überhaupt keine Steuern gezahlt.

1600 Kontrollen

1600 Kontrollen haben die Finanzer 2014 durchgeführt, um Steuerbetrug und Schwarzarbeit aufzudecken. 175 Anzeigen wurden erstattet wegen Verdachts auf Steuerbetrug und wegen anderer Straftaten in Zusammenhang mit Steuern. Dabei ging es um insgesamt 22 Millionen Euro. Für 73 Millionen Euro wurde dann die Beschlagnahme beantragt.

Die Finanzer überprüfen regelmäßig auch die rechtmäßige Ausstellung der Kassazettel und Steuerquittungen: 8760 Kontrollen wurden 2014 durchgeführt – bei immerhin 22 Prozent wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt und geahndet.

Schwarzarbeit nach wie vor weit verbreitet

Die Schwarzarbeit grassiert in der Region nach wie vor:  88 Arbeitgeber haben 144 Arbeiter schwarz beschäftigt, bei weiteren 205 Arbeitern bestanden nicht die Voraussetzungen, um sie ordnungsgemäß zu beschäftigen.

49 Ermittlungen haben die Finanzer hingegen vorgenommen, um Geldwäsche aufzudecken. Dabei wurden zwölf Personen angezeigt und eine Person festgenommen.

Unregelmäßigkeiten hat die Finanzpolizei auch bei der Vergabe öffentlicher Aufträge festgestellt: 500.000 Euro wurden irregulär vergeben.

In der Region kursiert auch hin und wieder Falschgeld: Falsche Banknoten und Münzen im Gesamtwert von über  27.000 Euro wurden 2014 beschlagnahmt. 

Kampf den Drogen

Bei der Bekämpfung des Drogenhandels sind den Finanzern in der Region Trentino-Südtirol im Jahr 2014  beachtliche Erfolge gelungen: Laut einer Mitteilung wurden 40 Kilogramm Rauschgift beschlagnahmt – Haschisch, Marihuana, Kokain, Heroin und andere Substanzen. 90 mutmaßliche Drogenhändler wurden angezeigt und weitere 50 festgenommen.

hof

stol