Freitag, 21. August 2015

Flüchtlinge in Südtirol: genug Platz für die "Dableiber"

Für 700 Asylantragsteller muss Südtirol Obdach zur Verfügung stellen. Nach Bozen und Meran wurden die Heime in Wiesen/Pfitsch, Vintl und Tisens bezogen. Es folgen Mals und Bruneck, erst dann Eppan und Kastelruth.

Die Flüchtlingsunterkunft in Meran.
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Die Flüchtlingsunterkunft in Meran.

Es gibt Flüchtlinge und Flüchtlinge im Land. Die einen kommen mit dem Zug aus Süden und wollen so schnell es geht nach Norden (STOL hat berichtet). "Sie kommen aus Syrien und Eritrea und wollen zumeist nach Germany", weiß Luca Critelli, Direktor des Abteilung für Soziales. Sie wollen sich in Italien - auch Südtirol - nicht länger aufhalten.

Dann gibt es jene - und das ist die sehr viel kleine Anzahl, die in Italien den Asylantrag stellen und das Verfahren auch abwarten. In Gruppen von 30 bis 50 Personen werden sie nach einer Aufnahmeprozedur im Süden dem Land Südtirol zugeteilt - über den staatlichen Verteilungsschlüssel.

Unterbringung für 700 Personen

Sie sind es, die in Südtirol vorerst bleiben und für die eine Unterkunft her muss. "Es handelt sich derzeit um 700 Personen", so Critelli. Er ist für die Unterbringung der Flüchtlinge im Land zuständig. Nach den Einrichtungen in Bozen und Meran, in denen ein Großteil der Menschen untergebracht ist, "haben nun 40 Personen in Wiesen/Pfitsch, ebenfalls an die 40 in Tisens und 30 in Vintl die Unterkunft bezogen", erklärt Critelli. 

An den anderen Orten werden derzeit noch notwendige Anpassungsarbeiten durchgeführt, um in absehbarer Zeit auch dort Flüchtlinge aufzunehmen.  

"In Bruneck werden 16 Personen, in Mals an die 40 Platz finden", erklärt der Abteilungsdirektor. Erst dann folgen die Einrichtungen in Eppan und Kastelruth. Und auch weiterhin hält man nach Orten und Möglichkeiten Ausschau, denn "man muss vorausschauend planen", sagt Critelli.

Bevor die Ansylantragsteller eintreffen, kommt nicht etwa zwei Wochen zuvor ein Schreiben, "sondern an einem Tag oder dem betreffenden ein Anruf". 

Vintl zum Zweiten

Zur Reaktion der Gemeinden, in denen die Flüchtlinge untergebracht werden, meint Critelli: Nachdem in Vintl bereits Flüchtlinge untergebracht worden waren, seien die Bevölkerung und die Gemeinde darauf eingestellt. "Sie haben bereits gesehen, dass nichts Weiter passiert", weiß Critelli.

Bei jedem neuen Standort seien Befürchtungen und Ängste da. "Doch auch Wiesen/Pfitsch und Tisens sind gute Beispiele", lobt der Abteilungsdirektor. 

Die obdachlosen Flüchtlinge 

Zu den obdachlosen Flüchtlingen im Land, wie von der Caritas beanstandet, meint Critelli: "Es betrifft eine kleine Gruppe von zehn bis 30 Personen". Diese seien entweder aufgrund disziplinärer Situationen aus den Einrichtungen geflogen, oder sie hätten erst in Südtirol den Asylantrag gestellt und es könne zu kurzen Wartezeiten kommen.

Außerdem müssten die Untergebrachten die Einrichtung drei Monate nach Abschluss der Asylverfahren verlassen. "So ist es die Regel, doch die Verfahren dauern lange - oft über ein Jahr", weist der Abteilungsdirektor die Kritik der Caritas an mangelnden Plätzen zurück.

1500 kamen, 700 um zu bleiben

Ob zu den bisherigen "Dableibern" weitere hinzukommen werden? Das ist sehr wahrscheinlich.

"Falls sie nicht am ersten Tag schon wieder verschwinden. Denn von den 1500 Personen, die Südtirol bisher zugewiesen wurden, sind nur noch 700 da", zählt Critelli auf. Die anderen wollen - wie der Großteil, der von sich aus mit den Zügen ins Land kommt, weiter nach Norden. 

stol/ker

stol