Sonntag, 31. Mai 2015

Flüchtlinge stranden auch in Tirol

Insgesamt 153 Flüchtlinge sind seit Beginn der verschärften Grenzkontrollen wegen des G-7-Gipfels allein seit 26. Mai in Tirol aufgegriffen worden. Ein Unterkunft für Minderjährige in Innbruck hätte für zwei Wochen reichen sollen, aber war am Samstag schon vollbesetzt.

Sie wollen weiter, aber können aufgrund der Kontrollen derzeit nicht nach Norden.
Sie wollen weiter, aber können aufgrund der Kontrollen derzeit nicht nach Norden. - Foto: © APA/DPA

Nicht nur Südtirol hat Angst vor einem Flüchtlingsstau (STOL hat berichtet). Auch in Tirol machen die Grenzkontrollen ein Weiterkommen der Flüchtlinge nach Norden schier unmöglich.

Allein am Samstag wurden 71 Personen teils aus dem Zug geholt, teils auf der Straße aufgegriffen und teils von der bayrischen Polizei nach Österreich rücküberstellt, hieß es aus der BH Kufstein.

Wollen nicht in Österreich bleiben

Großteils geht die BH Kufstein nicht davon aus, dass die Menschen, die unter anderem aus Syrien, Eritrea und Somalia stammen, in Österreich bleiben werden.

„Jene, die aufgegriffen werden, haben in der Regel ein Zielland, in das sie wollen“, sagte ein Sprecher der BH gegenüber der APA. Asylanträge seien zwar gestellt worden, „allerdings waren es nicht so viele“. Von den 71 am Samstag aufgegriffenen Personen hätten nur vier ein entsprechendes Ansuchen in Österreich abgegeben.

Erwachsene in Kufstein betreut

Familien und erwachsene Flüchtlinge werden nun in vorübergehenden Quartieren im Bezirk Kufstein betreut. In einer Turnhalle in Schwoich kümmert sich derzeit der Arbeitersamariterbund um 47 Frauen, Männer und Kinder. Platz gebe es dort noch für drei weitere Flüchtlinge, so der Sprecher. Schoich sei aber auch noch erweiterbar auf 80 Betten.

In der Ortschaft Langkampfen seien derzeit weitere 21 Flüchtlinge untergebracht, in der dortigen Turnhalle gebe es noch „genügend Platz“.

Minderjährige kommen nach Innbruck

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von der Stadt Innsbruck betreut und untergebracht. Das hierfür bereitgestellte Übergangsquartier in Westendorf ist mit 25 Kindern und Jugendlichen seit Samstag bereits voll belegt, teilte die Stadt in einer Aussendung mit.

Zunächst war man davon ausgegangen, dass dieses Kontingent für zwei Wochen ausreichen werde. Im Kinderfreunde-Haus auf der Hungerburg würden nun 40 weitere Plätze für Minderjährige vorbereitet, weitere Quartiere seien in Planung.

Zusätliche Quartiere für 430 Personen

Zusätzlich wird die Stadt Innsbruck Notfallquartiere für bis zu 430 erwachsene Flüchtlinge zur Verfügung stellen. In Kooperation mit dem Roten Kreuz sei man dabei die Funsporthalle am Paschbergweg als vorübergehende Unterkunft vorzubereiten, sagte Elmar Rizzoli, Amtsleiter für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen.

apa

stol