Freitag, 02. Januar 2015

Flüchtlingsschiff aus Ebola-Land führerlos vor Italiens Küste

Vor der italienischen Mittelmeerküste ist erneut ein führerloser Frachter mit Hunderten Flüchtlingen an Bord aufgetaucht. Die Küstenwache habe am Donnerstag einen Rettungseinsatz begonnen, meldet die Nachrichtenagentur Ansa. Das Schiff stammt aus Sierra Leone, einem der vom tödlichen Ebola-Virus am meisten betroffenen Länder Westafrikas.

Italiens Küstenwache steht im Dauereinsatz.
Italiens Küstenwache steht im Dauereinsatz. - Foto: © APA/EPA

Nach ersten Informationen sollen etwa 400 Menschen an Bord des Schiffes sein, das auf die Küste zusteuerte.

Der unter der Flagge Sierra Leones fahrende Frachter befinde vor der Küste der Provinzhauptstadt Crotone in der Region Kalabrien. In der Nacht auf Freitag gelang es der italienischen Küstenwache, aus der Luft drei Einsatzkräfte auf dem Schiff abzusetzen.

Erst am Vortag waren fast 800 Bootsflüchtlinge auf einem führerlosem Frachter vor Süditalien nur knapp einer Katastrophe entgangen. Das Schiff „Blue Sky M“ mit 768 Migranten an Bord war in der Nacht zum Mittwoch auf die Küste der Region Apulien zugesteuert und konnte von der Küstenwache unter Kontrolle gebracht werden.

Nach Medienberichten war der Autopilot an. Ohne die Intervention der Einsatzkräfte wäre der Frachter auf die apulische Küste geprallt, weil das Schiff sich selbst überlassen war, wie ein Sprecher der Küstenwache sagte. Von der Besatzung fehlte auch dort jede Spur.

dpa

stol