Mittwoch, 09. Mai 2018

Französin wählt Notruf: Wird nicht ernst genommen und stirbt

In Frankreich hat der wohl vermeidbare Tod einer jungen Frau große Empörung ausgelöst: Die 22-Jährige starb, nachdem sie den Notruf wählte und dort nicht ernst genommen wurde.

Der Notruf einer Französin wurde nicht ernst genommen. Sie starb wenig später.
Der Notruf einer Französin wurde nicht ernst genommen. Sie starb wenig später. - Foto: © shutterstock

Gesundheitsministerin Agnes Buzyn zeigte sich am Dienstagabend per Kurznachrichtendienst Twitter „zutiefst betroffen”. Sie gab an, Ermittlungen zu den „gravierenden Fehlern” des Notdienstes angeordnet zu haben.

Naomi Musenga hatte Ende Dezember wegen starker Bauchschmerzen den Notruf gewählt, wie elsässische Medien jetzt berichteten. Auf der dreiminütigen Aufzeichnung ist zu hören, wie Musenga starke Schmerzen beklagt und sich sorgt, dass sie sterben könnte.

Mitarbeiter des Notrufdienstes amüsieren sich

Am anderen Ende der Leitung antwortet eine Frau: „Natürlich wirst du irgendwann sterben, wie alle anderen auch.” Außerdem ist zu hören, wie sie sich mit einem Kollegen über Musengas Anruf amüsiert. Sie rät der jungen Frau, sich einen Arzt über einen kostenpflichtigen Notdienst nach Hause zu bestellen. Fünf Stunden später rief Musenga erneut an und wurde von einem Notarzt ins Krankenhaus gebracht. Wenig später erlitt sie einen Herzinfarkt und starb.

Multiples Organversagen

Einem Bericht der französischen Tageszeitung „Le Monde” zufolge ergab eine Autopsie, dass multiples Organversagen der Grund für ihren Tod war. Der Fall befeuerte die Debatte über das französische Gesundheitswesen. Schon seit Wochen beklagen Ärzte und Krankenpfleger, dass es zu wenig Personal und Ressourcen gibt.

apa/ag.

stol