Sonntag, 03. Juli 2016

Freienfeld: Auch die zweite Bombe ist entschärft

Vor 70 Jahre sollten sie explodieren und taten es nicht. Noch immer liegen zwei Fliegerbomben auf Freienfelder Gebiet. Jede ist 900 Kilogramm schwer. Heute werden die Kolosse entschärft. A22, Staats- und Landesstraßen sowie die Bahnlinie werden stundenlang gesperrt.

Sperre wegen Bombe: Die beiden Kriegsrelikte aus dem Zweiten Weltkrieg sind am Sonntagvormittag erfolgreich entschärft worden. - Foto: DLife
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Sperre wegen Bombe: Die beiden Kriegsrelikte aus dem Zweiten Weltkrieg sind am Sonntagvormittag erfolgreich entschärft worden. - Foto: DLife

Die Autobahn – gesperrt. Die Bahnlinie – gesperrt. Die Landesstraßen – gesperrt. Der Luftraum – gesperrt. Die Entschärfung der zwei US-amerikanischen Fliegerbomben am Sonntag schneidet die kleine Wipptaler Gemeinde Freienfeld komplett von der Außenwelt ab – zumindest für einige Stunden.

Wie berichtet, war die erste der beiden Bomben Ende Mai beim Bau einer Trinkwasserleitung nahe der Firma Wolf Fertighaus entdeckt. Ganz in der Nähe des Fundortes wurde vor rund einer Woche eine weitere Bombe gefunden. Es handelt sich um amerikanische Fliegerbomben des Typs DA 2000 Libre.

Gegen 9.30 Uhr konnte am Sonntag aus Freienfeld vermeldet werden: Die erste Bombe wurde soeben erfolgreich entschärft. Gegen 11 Uhr wurde die erfolgreiche Entschärfung der zweiten Bombe gemeldet.

Vize-BM: Aufwand und Belastung

In Freienfeld sorgt die Entschärfung der Bomben für eine Ausnahmesituation: Rund 2800 Bürger mussten ihre Häuser verlassen. 3 Stunden sollen Entschärfung und Abtransport der Kriegsrelikte insgesamt dauern. Ab 10.30 Uhr soll dann wieder der Normalzustand ins Wipptal zurückkehren.

„Auch wenn es eine notwendige Maßnahme ist, bedeutet die Evakuierung für die Bevölkerung einen Aufwand und eine Belastung – verbunden auch mit finanziellen Ausfällen“, betonte Vizebürgermeisterin Verena Überegger in einem Gespräch mit dem Tagblatt „Dolomiten“.

Hier der Zeitplan für die Bombenentschärfung:

Samstag, ab 20 Uhr: An der Brennerautobahn werden die Raststätten Trens Ost und Trens West sowie der Autohof Sadobre für den Verkehr gesperrt.

Sonntag, 6 Uhr: Die Evakuierung startet.

6.30 Uhr: Die Bürger müssen ihre Häuser verlassen haben. Für sie wird in der Gemeinde Pfitsch die Festhalle und der Gemeindepark zur Verfügung gestellt.

6.30 bis 12 Uhr: Der Strom wird abgeschaltet.

Rund um 7 Uhr: Die Landesstraßen und die Staatsstraße werden gesperrt.

7 bis 10.30 Uhr: Die Autobahn im Abschnitt Brixen-Sterzing wird geschlossen. An den Mautstellen Brixen-Pustertal und Sterzing müssen die Autos die Autobahn verlassen.

7.30 Uhr bis 10.30 Uhr: Der Verkehr auf der Bahnlinie zwischen Franzensfeste und Sterzing wird unterbrochen. Auch der Luftverkehr wird gestoppt.

7.30 Uhr: Die Evakuierung ist abgeschlossen. Die Spengstoffexperten des 2. Regiments der Sturmgebirgspioniere Trient beginnen mit der Arbeit. Sie entschärfen die Bomben und bringen sie ins Pulverlager in Stilfes. Dort werden die Kriegsrelikte kontrolliert zur Explosion gebracht.

Im Einsatz stehen Militär, Quästur, Rotes Kreuz, Polizei und die lokalen Rettungsorganisationen. Im Sitz der Freiwilligen Feuerwehr in Sterzing wird eine Koordinierungssstelle eingerichtet. Von dort aus werden die Entschärfungsarbeiten und die Organisation koordiniert.

stol

stol