Montag, 04. Juni 2018

Gebirgsbäche sind Gewässertyp des Jahres 2018

Das Biologische Labor der Landesumweltagentur ernennt gemeinsam mit der Europäischen Akademie Eurac „Südtirols Gewässertyp des Jahres": In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Gebirgsbäche. Der Titel wird am Dienstag anlässlich des Welttages der Umwelt vergeben.

Die Wassermenge eines Gebirgsbachs ist von der Jahreszeit abhängig.
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Die Wassermenge eines Gebirgsbachs ist von der Jahreszeit abhängig. - Foto: © D

Alle größeren Fließgewässer und Seen in Südtirol werden gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie in verschiedene Typen unterteilt. Darunter befinden sich auch die Gebirgsbäche. Es sind die obersten Abschnitte und die vielen kleinen schnee- und regengespeisten Bäche mit einer Entfernung zum Ursprung von weniger als fünf Kilometern. "In Südtirol gibt es zahlreiche dieser meist noch natürlichen oder sehr naturnahen Gewässer", betont Umweltlandesrat Richard Theiner. „Ihnen soll heuer besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden."

Gebirgsbäche findet man in höheren Lagen, wobei manche von ihnen weniger, andere hingegen deutlich mehr Wasser führen. „Charakteristisch für diesen Fließgewässertyp sind ein starkes Gefälle, eine meist schnelle Strömung, eine konstant niedere Wassertemperatur sowie damit zusammenhängend ein hoher Sauerstoffgehalt", berichtet Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors der Landesumweltagentur. „Zudem ist das Wasser meist sehr sauber und kaum mit organischen Stoffen belastet."

Die Wassermenge eines Gebirgsbachs ist von der Jahreszeit abhängig. Durch die Schneeschmelze in den Bergen führt der Gebirgsbach im späten Frühling und im Sommer deutlich mehr Wasser als in der kälteren Jahreszeit.

Wenige Fische, viele Kleintiere

Die Bewohner der Gebirgsbäche sind Spezialisten, die sich an ein Leben in einem äußerst turbulenten Lebensraum angepasst haben. Nur wenige Fischarten können sich in der starken Strömung behaupten, dafür herrscht eine besonders große Vielfalt an Kleintieren mit verschiedensten Anpassungen an die Strömungen. „Lebewesen, wie beispielsweise der Alpenstrudelwurm  „Crenobia alpina“ mit seinem stark abgeflachten Körper, kommen mit den Bedingungen eines Gebirgsbachs gut zurecht und finden dort einen idealen Lebensraum", ergänzt Hannes Rauch, Limnologe des Biologischen Landeslabors.

Doch auch dieser Lebensraum komme durch zunehmende Anfragen, diese Wasserabläufe für Bewässerungszwecke zu nutzen, unter Druck. „Sie sind daher besonders schutzbedürftig", so die Experten des Biologischen Landeslabors.

lpa/stol

 

stol