Über den Tod der jungen Frau informierte die israelische Armee die Familie in der Nacht zum Montag, wie die Mutter Ricarda Louk sagte. Die Familie dachte bisher, Shani Louk sei in den Gazastreifen verschleppt worden.<BR /><BR />Die Nachricht sei zwar schrecklich, sagte Ricarda Louk. Es sei aber gut, nun Gewissheit zu haben. „Wenigstens hat sie nicht gelitten.“ Mit zahlreichen Interviews in internationalen Medien hatte sich Ricarda Louk für die Freilassung ihrer Tochter und der anderen Geiseln eingesetzt. Auch die Schwester von Shani Louk, Adi, äußerte sich laut dem „Tagesspiegel“ am Montagmorgen via Instagram zum Tod der 22-Jährigen: „Mit großer Trauer geben wir den Tod meiner Schwester bekannt.“<BR /><BR />Terroristen hatten im Auftrag der islamistischen Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober Massaker unter Zivilisten in Israel angerichtet. Dabei und in den folgenden Tagen wurden mehr als 1400 Menschen in Israel getötet. Militante verschleppten nach Angaben des israelischen Militärs mindestens 239 Menschen in das Gebiet am Mittelmeer.<h3> Splitter eines Schädelknochens gefunden</h3>Die Leiche ihrer Tochter sei bislang zwar nicht gefunden worden, sagte Ricarda Louk. Man habe aber einen Splitter eines Schädelknochens gefunden und daran eine DNA-Probe gemacht. Wenn man an diesem inneren Schädelknochen verletzt sei, könne man nicht mehr leben, sagte die Mutter. Das erforderliche DNA-Vergleichsmaterial hätten die Eltern den Behörden schon vor längerer Zeit zur Verfügung gestellt.<BR /><BR />Der israelische Präsident Isaac Herzog sprach der Familie sein Beileid aus und sagte gegenüber der „Bild“-Zeitung, man habe den Schädel der getöteten jungen Frau gefunden. „Es tut mir wirklich leid, berichten zu müssen, dass wir jetzt die Nachricht erhalten haben, dass Shani Nicole Louk als ermordet und tot bestätigt wurde. Man hat ihren Schädel gefunden“, zitiert ihn die Zeitung. „Das bedeutet, dass diese barbarischen, sadistischen Tiere ihr einfach den Kopf abgehackt haben, als sie Israelis angriffen, folterten und töteten. Es ist eine große Tragödie, und ich spreche ihrer Familie mein tiefes Beileid aus.“<h3> Familie hat Shani auf dem Video erkannt</h3>Die Mutter geht davon aus, dass ihre Tochter bereits seit dem 7. Oktober tot ist – möglicherweise sei die 22-Jährige auf dem Supernova-Festival durch einen Schuss in den Schädel getötet worden. Bilder und Videos, die im Internet kursierten, zeigten demnach damals den Körper der jungen Frau auf einem Pick-up der Angreifer. Unklar ist, ob die Terroristen die Leiche der Frau letztlich mit in den Gazastreifen genommen haben.<BR /><BR />Ihre Familie hatte die junge Frau nach eigenen Angaben auf den Aufnahmen erkannt und sich schon kurz darauf mit der Bitte um Hilfe an die Öffentlichkeit gewandt. Zunächst ging Shani Louks Familie, von der ein Teil in Baden-Württemberg lebt, davon aus, dass die junge Frau bei dem Überfall schwer am Kopf verletzt wurde, aber am Leben war und sich im Gazastreifen befand. Diese Informationen hatte die Familie nach eigenen Angaben von einer „vertrauten Person im Gazastreifen“ erhalten.<BR /><BR />Orly Louk, die Tante von Shani Louk, schilderte die dramatischen Szenen bei dem Musikfestival damals so: „Sie war auf einer Party, in der Wüste, im Niemandsland. Dort tanzte sie mit einer Gruppe von Menschen. (...) Es wurde geschossen, die Partybesucher wurden gejagt. Die jungen Menschen rannten, versteckten sich, soweit ich weiß. In den Videos kann man sehen, was passiert ist.“<h3> „Ich sah, wie Menschen neben mir explodierten, immer und immer wieder, Leichenteile überall“</h3>Der 19-jährige Israeli Noam Cohen überlebte das Massaker auf dem Festivalgelände nur knapp, wie er kurz danach erzählte. Gemeinsam mit rund 2 Dutzend Festival-Besuchern habe er sich in einem Schutzbunker bei einer Bushaltestelle versteckt. Doch die Terroristen hätten mehrere Granaten in den Bunker geworfen. Er erinnere sich an Schüsse, Blut und Leichenteile. „Ich sah, wie Menschen neben mir explodierten, immer und immer wieder, Leichenteile überall.“ Von den mehr als 20 Festivalbesuchern im Bunker seien höchsten 3 oder 4 lebend rausgekommen.<BR /><BR />Ein weiterer Überlebender berichtete davon, wie Menschen von den Angreifern lebendig in ihren Autos verbrannt wurden. Er selbst sei von 2 Terroristen an Gleitschirmfliegern aus der Luft beschossen worden.<BR /><BR />Die Terroristen begingen zudem Massaker in zahlreichen Orten im Grenzgebiet. Auf Bildern, die die israelische Regierung später von den Gräueltaten präsentierte, waren grausam ermordete und verbrannte Kinder und enthauptete Menschen zu sehen.