Mittwoch, 25. Dezember 2019

„Glaube an den Himmel gibt Halt“

„Inmitten unserer Auseinandersetzungen und Lebensfragen muss deutlich werden, dass wir an den Himmel glauben“, sagte Bischof Ivo Muser am Christtag beim Pontifikalamt im Bozner Dom. „Der Glaube an den Himmel schenkt unserem Leben Halt, Hoffnung, Orientierung und ein großes Ziel“.

Bischof Ivo Muser bei seiner Predigt am Christtag im Bozner Dom.
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Bischof Ivo Muser bei seiner Predigt am Christtag im Bozner Dom. - Foto: © Diözese
In seiner Predigt thematisierte der Bischof die Verbindung und den Dialog zwischen Himmel und Erde.

„Nicht wenige Ideologien standen und stehen unter dem Anspruch, den Himmel auf Erden zu schaffen“, betonte Muser. „Sie hinterließen und hinterlassen nicht himmlische Zustände, sondern Scherben, Blut und Tränen.“

Auch Religionen können laut Muser für Fanatismus, Extremismus und Menschenverachtung missbraucht werden. Dafür gebe es in Geschichte und Gegenwart genügen Beispiele.

Bischof Muser ging dann auf den Zeitgeist dieser Tage ein, der viele Menschen zur Auffassung verleite, ohne Gott und damit ohne die Hoffnung auf den Himmel auskommen zu können.

„Nicht wenige schaffen sich selber ihre Religion, die ihren Vorstellungen und Wünschen entsprechen muss. Und gleichzeitig gab es wohl kaum einmal so viel innere Leere, so viel Einsamkeit, so viele Gefühle der Sinnlosigkeit, so viel Angst vor der Zukunft wie mitten in einer Gesellschaft, die vorgibt, dass alles erlaubt sei und dass alles für den Menschen gleich richtig, gleich wichtig, gleich hilfreich und gleich gut sei.“


Mit einem bildhaften Vergleich erklärte der Bischof den Sinn von Weihnachten: „Wir feiern an Weihnachten nicht einen sympathischen Kindergeburtstag. Wir feiern auch nicht nur die Idylle des Kindseins.“

Die Kirche feiere, dass Gott selber im Kind von Betlehem und durch das ganze Leben Jesu die Erde berührt habe.

„Diese weihnachtliche Zusage muss für Christen zu einem weihnachtlichen Auftrag werden“, betonte der Oberhirte der Diözese Bozen-Brixen.

Zum Abschluss seiner Predigt äußerte Bischof Muser seinen Weihnachtswunsch: „Dass wir uns auf allen Ebenen unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens in den Dialog zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und uns Menschen hineinnehmen lassen und dass dieser Dialog nicht durch ein religionsneutrales oder gar ein religionsfeindliches Klima ausgeklammert wird.“





diözese/fm