Freitag, 29. September 2017

Graz: Überraschender Freispruch für angeklagten Arzt

Ein oststeirischer Arzt ist am Freitagabend im Grazer Straflandesgericht - für viele Beobachter überraschend - vom Vorwurf des jahrelangen Quälens seiner 4 Kinder freigesprochen worden. Dem Mediziner wurde vorgeworfen, sich selbst vor den Augen der Kleinen verletzt zu haben und sie dann gezwungen zu haben, ihm zu helfen. Der Arzt stritt alles ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Gericht sprach den Angeklagten frei.
Das Gericht sprach den Angeklagten frei. - Foto: © shutterstock

Richter Andreas Rom führte in seiner Urteilsbegründung aus: „Es ist zwar in der Familie viel passiert, aber aus den Akten und den heutigen Aussagen findet man keinen Anhaltspunkt, dass die Handlungen mit derartiger Intensität begangen wurden, dass es strafbar ist.”

Der Richter sah in den Vorwürfen der Familienmitglieder vielmehr einen „verspäteten Rosenkrieg nach der Scheidung”. Die Frau habe - mithilfe der Kinder - versucht, dem angeklagten Arzt etwas in die Schuhe zu schieben. Seine Praxis ist derzeit geschlossen, eine endgültige Entscheidung der Ärztekammer steht noch aus.

Nach außen hin war es eine perfekte Familie, beide Eltern Ärzte, vier Kinder, ein Haus und eine florierende Praxis. Doch was an zwei Verhandlungstagen zur Sprache kam, war alles andere als ein heiles Familienleben.

Die Kinder, die mittlerweile alle erwachsen sind, hatten den Vater, der der Bruder eines Spitzenpolitikers ist, zwei Jahre nach der Scheidung angezeigt, weil er sie nach ihren Angaben jahrelang verbal psychisch gequält hatte.

apa

stol